Yuki Scholl
Yuki Scholl reißt Papier. Auf jedes ihrer Blätter legt sie mehrere Schichten von Hand angemischter Farbe, dazu gerissene Papierstücke, die im Druck mit dem Bogen verschmelzen. Deshalb ist jedes Blatt ein Unikat. Kein Motiv wiederholt sich, keine Auflage gleicht das aus. Über ihre Arbeit heißt es, gerade dieses Verfahren erlaube ihr, Momenten nachzugehen, die sich nicht wiederholen lassen.
Aufgewachsen ist Scholl auf dem Land in Japan, heute lebt und arbeitet sie in London. Aus dieser Kindheit stammt der Blick, der ihre Blätter trägt: auf Jahreszeiten, auf vergängliche Schönheit, auf das Unfertige in Natur und Leben. Ihre Formen sind abstrakt. Sie sollen das Gefühl eines kurzen Augenblicks fassen und nicht einen Gegenstand abbilden.
Scholl hat Druckgrafik am Morley College in London studiert und arbeitet heute im Thames-Side Print Studio in Woolwich, einer offenen Werkstatt am Südufer der Themse. Ihre Blätter entstehen dort in Carborundum, Chine-collé und Collage. Carborundum ist ein grobes Schleifkorn, das auf der Platte Farbe festhält und im Druck samtige, tiefe Flächen gibt. Beim Chine-collé läuft ein dünnes, oft gefärbtes Papier im selben Durchgang durch die Presse und verbindet sich dabei mit dem Trägerbogen.
Was daraus entsteht, beschreibt die Londoner Messe Imprint als innere Landschaften. Scholl sehe ihre Bilder als Farbe, Licht und Bewegung, und das Übersetzen in ein Blatt sei ein meditativer Vorgang, der sie in einen Moment der Stille führe.
Scholl stellt seit 2019 durchgehend auf der Woolwich Contemporary Print Fair aus und war für den Boodle Hatfield Printmaking Prize shortgelistet. Die Blätter dieser Auswahl entstanden zwischen 2022 und 2025. Jedes von ihnen ist ein Unikat.
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Yuki Scholl – A silent whisper #6, 2025
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Yuki Scholl – A moment in time #4, 2024
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Yuki Scholl – Reminiscence #4, 2023
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Yuki Scholl – Passage #6, 2022
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Yuki Scholl – Reminiscence #6, 2023
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Yuki Scholl – A silent whisper #3, 2025
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Yuki Scholl – A moment in time #1, 2024
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Yuki Scholl – Passage #4, 2022