Istituto Centrale per la Grafica Rom
Das Istituto Centrale per la Grafica ist das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium, untergebracht im Gebäudekomplex hinter dem Trevi-Brunnen in Rom. Zu ihm gehören fast 24.000 Druckplatten aus Kupfer, Zink, Blei, Stahl, Messing, Holz, Linoleum und Karton, dazu Zeichnungen, Drucke und eine eigene Druckwerkstatt. Von den historischen Platten selbst hat das Institut die Verkaufsauflagen ab den 1970er-Jahren bis auf null gesenkt.
Am Trevi-Brunnen ist immer Betrieb. Die Leute stellen sich mit dem Rücken zum Wasser, werfen eine Münze über die linke Schulter, drehen sich für das Foto wieder um und sind zwei Minuten später weg. Das Wasser ist laut, und es ist ununterbrochen laut. Die Palastfassade, vor der das alles passiert, gehört zum Palazzo Poli und steht auf fast jedem dieser Fotos mit drauf, meistens ungewollt. Im Haus daneben, im Palazzo della Calcografia, ist seit 1872 im Erdgeschoss eine Druckwerkstatt untergebracht, deren ursprüngliche Hauptaufgabe darin bestand, die Matrizen der Sammlung zu drucken, damit die Abzüge verkauft werden konnten.
In den Sammlungen des Instituts liegen fast 24.000 Druckplatten, darunter der Fonds Piranesi mit 1191 Matrizen, von denen 964 von Giovanni Battista Piranesi selbst stammen. Luftlinie sind das ein paar Schritte vom Beckenrand. Wer davon erfährt, denkt sofort weiter: Warum bekommt man dort keinen Abzug von einer Piranesi-Platte, und was hält man stattdessen in der Hand? Die Antwort darauf braucht drei Zeitpunkte.
Was ist das Istituto Centrale per la Grafica heute?
Das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium sitzt in Rom, im monumentalen Komplex aus Palazzo Poli und dem angrenzenden Palazzo della Calcografia am Trevi-Brunnen. Seinen heutigen Namen, Istituto Centrale per la Grafica, trägt es erst seit dem 10. Dezember 2014; Rechtsgrundlage ist das DPCM vom 29. August 2014, Nr. 171, Art. 30. Davor hieß das Haus seit 1975 Istituto Nazionale per la Grafica und war aus der Fusion zweier Einrichtungen hervorgegangen: der Calcografia Nazionale aus päpstlichem Erbe und des Gabinetto Nazionale delle Stampe. Die ältere der beiden Wurzeln reicht bis 1738 zurück, als Papst Clemens XII. Corsini den Matrizenbestand der Stamperia De Rossi an der Piazza Navona aufkaufte. Aus diesem Ankauf ist über knapp drei Jahrhunderte ein Bestand von fast 24.000 Matrizen geworden.
Den Palazzo della Calcografia entwarf Giuseppe Valadier für die päpstliche Calcografia. Er leitete auch die Bauarbeiten und war selbst Direktor der Calcografia. Der Namenswechsel von 2014 hat die beiden Vorgeschichten nicht aufgelöst, und deshalb stolpert man in Katalogen, Museumsetiketten und älteren Texten weiter über "Calcografia Nazionale" und "Gabinetto Nazionale delle Stampe". Beide Bezeichnungen sind nicht falsch, sie meinen nur jeweils eine Hälfte.
Woher kommen die fast 24.000 Platten?
Die beiden fusionierten Einrichtungen sammelten unterschiedliche Dinge. Das Gabinetto Nazionale delle Stampe war eine Papiersammlung: nach Wikipedia rund 25.000 Zeichnungen, dazu knapp 114.000 Drucke. Die Calcografia war dagegen vor allem eine Objektsammlung, die die Werkzeuge selbst verwahrte, also die Druckplatten, dazu rund 2.800 Zeichnungen und etwa 45.000 Drucke. Wer im Netz nach Bestandszahlen sucht, findet deshalb sehr unterschiedliche Zahlen. Zählt man Matrizen, kommt man auf knapp 24.000, zählt man die Drucke, auf weit über 100.000.
Bei den Kupferplatten ist ein Teil geätzt, also Radierung, ein anderer mit dem Grabstichel geschnitten, also Kupferstich. Dazwischen liegt, was drei Jahrhunderte römischer Werkstattpraxis an ihnen hergeben.
Gewachsen ist die Sammlung im 18. und 19. Jahrhundert durch Ankäufe fertiger Platten und durch Aufträge an römische Künstler. Der Piranesi-Bestand traf am 5. März 1839 in Civitavecchia ein. Kardinal Antonio Tosti hatte ihn für Papst Gregor XVI. bei der Pariser Druckerei Firmin Didot gekauft. Der Fonds Piranesi umfasst 1191 Kupferplatten, 964 davon von Giovanni Battista Piranesi selbst. 16 gehören zu den Carceri d'Invenzione, einzeln katalogisiert mit den fortlaufenden Inventarnummern M-1400_349 bis M-1400_364. In dieselbe Sammlung gehören Platten von Giorgio Morandi: Der digitale Katalog führt 133 Einträge aus Kupfer und Zink, 32 davon sind Rückseiten beidseitig genutzter Platten.
Piranesi hat den Palast radiert, in dem das Institut heute sitzt. Seine Radierung führt den Brunnen im Titel noch unter dem älteren Namen: "Veduta della vasta Fontana di Trevi anticamente detta l'Acqua Vergine", also die weite Fontana di Trevi, vormals Acqua Vergine genannt. Auf dem Blatt steigt links die Palastfassade mit Kolossalordnung, Balkonen und Figurenbekrönung über die volle Bildhöhe, und aus ihrer Mitte bricht die Felsformation mit dem Meergott hervor. Dieser Palast ist der Palazzo Poli. Unten am Beckenrand stehen Kutschen und Passanten in Reifrock. Die Münzen kamen später.
Eine Kupferplatte hält allerdings nicht ewig. Jeder Durchgang durch die Presse kostet sie etwas.
Wie hielt man die Kupferplatten druckfähig?
Beim Tiefdruck liegt die Zeichnung unter der Oberfläche. Die Farbe sitzt in den geätzten oder gestochenen Vertiefungen, das Papier wird mit hohem Druck in diese Vertiefungen gepresst, und genau dabei arbeitet die Presse gegen das weiche Kupfer. Feine Linien flachen ab. Bei der Kaltnadel geht es am schnellsten, weil dort der aufgeworfene Grat die Farbe hält, aber selbst fragil ist und unter der Presse als Erstes abgetragen wird: Ohne Schutzschicht lassen sich manchmal nur zehn bis zwanzig Abzüge mit Grat drucken.
Das Verfahren dagegen heißt acciaiatura, auf Deutsch Stahlfacierung oder Verstahlung: eine dünne, galvanisch aufgebrachte Eisenschicht über der Platte, die sie für lange Auflagen widerstandsfähiger macht. Angewendet wurde sie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, und man hat ihre Wirkung kontrolliert: In den Jahren 1859 bis 1861 zog die Werkstatt Vergleichsdrucke, um den Zustand der jeweiligen Matrize vor und nach dem Eingriff zu dokumentieren. 1891 wurde daraus eine eigene Abteilung, das Gabinetto per l'acciaiatura, das noch 1923 in Betrieb war. Als Anstoß nennt die Ausstellung des Instituts die hohen Kosten der Restaurierungen, also des Nachstechens verschlissener Linien.
Wie nah das an Piranesi herankommt, steht im digitalen Katalog des Hauses. Bei zwei der sechzehn Carceri-Matrizen trägt der Eintrag den Zusatz "matrice acciaiata", also stahlfaciert. Nach dem Art-Bonus-Eintrag des Instituts wurden fast alle Piranesi-Platten verstählt, vermutlich zwischen dem Ende des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Weil die Schicht rostete, wurde sie später bei den meisten Platten wieder entfernt.
Auf dem zwölften Blatt der Carceri, dem "Cavalletto", staffeln sich Tonnengewölbe nach hinten, Leitern und Balken kreuzen sich, quer durch den Raum hängen Seile. Oben rechts steht die Plattennummer XII, unten rechts ein Holzbock.
Wie stark die Presse auf die Platte wirkt, beziffert die Ausstellung des Instituts: Die Walzen drücken mit fünf bis zehn Doppelzentnern je Quadratdezimeter, und bei wiederholter Belastung kann die Platte durch Materialermüdung brechen.
Rund siebzig Jahre nach der Gründung des Gabinetto per l'acciaiatura setzt eine neue Kampagne beim Schutz der Plattenoberfläche an. In den Jahren 1958 bis 1960 lief in der Calcografia nach dem Ausstellungstext die umfangreichste Anwendung der Verchromung, durchgeführt vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato, also von der italienischen Staatsdruckerei und Münzprägeanstalt. Statt Eisen kam jetzt Chrom auf die Platten, in der Ausstellung von 2001 dokumentiert an Matrizen von Volpato und Rossini. Das Prinzip ist dasselbe wie hundert Jahre zuvor: ein härteres Metall über das weiche, damit die Presse nicht an die Zeichnung kommt.
Beide Verfahren schützten die Zeichnung. Sie beantworteten aber nicht die Frage, ob man mit einer jahrhundertealten Platte überhaupt weiter produzieren sollte.
Was beendete die Auflagen von den Originalplatten?
Ab den 1970er-Jahren gelten die historischen Matrizen nicht länger als schlichte Werkzeuge zur Herstellung von Drucken, sondern als Kulturgüter im vollen Sinn, als "beni culturali". Die Auflagen von den Matrizen selbst wurden reduziert, bis auf null.
Ein Jahrzehnt, kein Stichtag: Die Stamperia-Seite des Instituts datiert den Wandel auf die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts.
Was änderte sich 1995 im Labor?
Galvanische Kopien lagen 1995 längst im Bestand. Den ersten Kern bilden neunzehn Repliken einer von Giuseppe Marcucci geschaffenen Matrize mit dem Porträt Pius' IX., die bereits 1861 im Katalog der Calcografia standen; ein zweiter Kern wurde zwischen 1887 und 1888 angekauft, vier Gegenformen und acht Repliken zu vier Originalmatrizen.
Das Laboratorio Diagnostico per le Matrici schlug 1995 vor, gießbare Silikonkautschuke zu verwenden, als Alternative zum mechanischen Abformen der Originale. Das klingt nach einer Materialfrage, ist aber der Kern der Sache: Silikon nimmt die Form ohne mechanischen Druck ab, die Platte muss also nicht gepresst werden, um eine Kopie herzugeben. Die Quelle selbst nennt 1995 den Beginn dessen, was das letzte Kapitel der Geschichte werden könnte.
Galvanoplastik heißt: ein Metall elektrochemisch auf einer Form abscheiden, deren Innenfläche als Kathode dient. Die physikalische Grundlage liegt weit vor der römischen Anwendung: Anfang der 1830er-Jahre formulierte Michael Faraday die Gesetze, nach denen sich Metalle durch Elektrolyse abscheiden. Der Rest ist Elektrochemie. Aus der Silikonform entsteht in Zusammenarbeit mit dem Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato ein neues Negativ aus Epoxidharz, das sich leicht metallisieren lässt. Per Elektroformung wächst darauf ein Positiv aus Kupfer, und aus dem entsteht im galvanischen Bad die endgültige Replik in Nickel.
Ein fertiges Ergebnis dieser Kette trägt einen Namen. Die galvanische Replik des "Ercole" von Giorgio Ghisi entstand im Auftrag des Instituts bei der Staatsdruckerei, und der Ausstellungstext vom Februar 2001 beschreibt sie als gerade eben fertiggestellt.
Ob so eine Kopie taugt, entscheidet sich nicht am Verfahren. Es entscheidet sich am gedruckten Blatt.
Was kauft man heute, wenn man einen Abzug "aus der Calcografia" bekommt?
Die Institutsseite schreibt, abgerufen im Oktober 2026, seit rund zwanzig Jahren produziere die Stamperia weiterhin Drucke für den Verkauf, hergestellt allerdings von Matrizen, die auf galvanischem Weg dupliziert wurden. Das sind drei getrennte Zeitpunkte, keiner davon deckt die anderen ab: Ab den 1970er-Jahren werden die Auflagen von den Originalen bis auf null zurückgefahren, 1995 beginnt die Versuchsreihe, und der Verkauf aus Repliken läuft seit ungefähr zwei Jahrzehnten.
Die Werkstatt trennt das heute in ihrer eigenen Aufgabenliste. Ein Punkt lautet "Druck von historischen Matrizen der Sammlungen des Instituts zu Ausstellungs- oder Dokumentationszwecken" ("Stampa da matrici storiche delle collezioni dell'Istituto per finalità espositive o di documentazione"). Ein anderer lautet "Druck von galvanischen Repliken der historischen Kupferplatten zu Vermittlungs- und Verkaufszwecken" ("Stampa da repliche galvaniche dei rami storici per finalità di divulgazione e vendita"). Dieselbe Werkstatt, zwei sauber getrennte Zwecke.
Wie nah kommt die Replik an das Original? Der Ausstellungstext von 2001 antwortet erstaunlich unmarketinghaft. Er stellt bei den Versuchsrepliken eine beachtliche Übereinstimmung des Gravierten fest, bis in die Eigenheiten der Ausführungstechnik hinein, vermerkt aber zugleich einen leichten Unterschied zwischen der Oberflächenqualität des Trägermetalls der Originalmatrize und der des galvanischen Nachbaus. Diesen Unterschied könne man als physiologisch für das elektrolytische Verfahren bezeichnen, heißt es dort, und er habe das Druckergebnis der galvanischen Replik nicht beeinflusst. Beide Hälften gehören zusammen. Wer nur die erste zitiert, macht aus einer sorgfältigen Aussage eine Werbeaussage.
Ein Druck ist ohnehin immer der Abzug von etwas anderem. Die Frage ist nur, wie viele Stationen zwischen der Hand und dem Blatt liegen. Bei einer Radierung, die heute entsteht, gehören Platte, Auflage und Abzug in dieselbe Gegenwart, und eine Replik-Frage stellt sich gar nicht erst, weil es keinen Verschleiß aus Jahrhunderten zu überbrücken gibt. Kjell Bendiksens Radierung "Fatamorgana v11" lässt ein Gesicht aus topografischen Höhenlinien auf gelbem Punktraster aufflimmern, halb da, halb Truggebilde, und das Blatt kommt von der Platte, an der dieses Gesicht entstanden ist.
Bei einem Abzug aus der Calcografia liegt eine zusätzliche Station im Metall. Wer dort heute ein Blatt von einer historischen Platte kauft, kauft den Druck einer Kopie.
Was hat das mit Radierung heute zu tun?
Der Auftrag des Hauses ist ausdrücklich doppelt formuliert. Das Istituto Centrale per la Grafica soll neben der Pflicht zur Bewahrung und Erschließung des großen Bestands an alten Matrizen und Drucken auch Forschung und Experiment in der zeitgenössischen Druckgrafik unterstützen. Die Stamperia führt das als eigenen Punkt: technisch-operative Unterstützung für zeitgenössische Radiererinnen und Radierer.
Die Bewahrung ist dabei kein abgeschlossener Vorgang. Im Progetto Piranesi wurde der Plattenbestand ab 2009 restauriert und wissenschaftlich untersucht. Nach dem Art-Bonus-Eintrag des Instituts waren dabei 510 Matrizen restauriert, untersucht und reproduziert worden, die Ergebnisse stehen in drei Bänden. Für weitere 505 Platten waren drei Lose zu je 168 Matrizen geplant. Das erste Los ist laut dem Eintrag mit Stand April 2022 abgeschlossen.
Piranesis Veduta hält den Trevi-Platz mit seinen Kutschen und Passanten fest, den Zustand eines Ortes. Jemma Gunnings Radierung "The British Industrial Estate" nimmt einen anderen Ort genauso auf: eine verstellte Tür, davor Schuttberge, an den Wänden Graffiti, eine Bestandsaufnahme ohne Nostalgie-Filter.
Bei der Kaltnadel wird der Verschleiß schnell zur Auflagenfrage. Samuel Riddys "Ape Skull", ein gefletschter Primatenschädel aus nervösen Kritzellinien, Vanitas mit Wucht, ist in genau dieser Technik entstanden, und der aufgeworfene Grat gibt solchen Linien ihre samtige Unschärfe. Was in Rom als Konservierungsfrage verhandelt wurde, ist hier die Frage, wie hoch eine Auflage überhaupt angesetzt werden kann.
Vor dem Brunnen wird weiter fotografiert, und die Platten liegen in der Calcoteca des Instituts, an dessen Sitz der Brunnen gebaut ist.
Häufige Fragen
Was ist das Istituto Centrale per la Grafica?
Es ist das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium in Rom, hinter dem Trevi-Brunnen im Komplex aus Palazzo Poli und Palazzo della Calcografia. Das Institut entstand 1975 aus der Fusion der Calcografia Nazionale und des Gabinetto Nazionale delle Stampe und trägt seinen heutigen Namen seit Dezember 2014. Zum Bestand gehören fast 24.000 Druckmatrizen, Zehntausende Zeichnungen und weit über 100.000 Drucke.
Was ist der Unterschied zwischen Calcografia Nazionale und Istituto Centrale per la Grafica?
Die Calcografia Nazionale ist die ältere, aus päpstlichem Besitz stammende Hälfte des heutigen Instituts, gegründet 1738 mit dem Ankauf der Matrizen der Stamperia De Rossi. Seit 1975 bildet sie zusammen mit dem Gabinetto Nazionale delle Stampe eine einzige Einrichtung. Der Name Calcografia Nazionale steht deshalb bis heute in vielen Katalogen, meint aber nur einen Teil des Hauses.
Kann man einen Abzug von Piranesis Originalplatten kaufen?
Beim Institut heute nicht. Früher wurden von diesen Platten viele Abzüge verkauft. Das Istituto Centrale per la Grafica in Rom hat die Auflagen von den historischen Matrizen ab den 1970er-Jahren bis auf null reduziert. Die Werkstatt druckt davon nach ihrer Aufgabenliste zu Ausstellungs- und Dokumentationszwecken. Die verkäuflichen Abzüge entstehen seit etwa zwanzig Jahren von galvanischen Repliken der historischen Kupferplatten. Gedruckt wird also weiterhin von einer Metallplatte im Tiefdruck, nur eben nicht von der Platte, die Piranesi in der Hand hatte.
Wie viele Kupferplatten von Piranesi liegen in Rom?
1191 Kupfermatrizen umfasst der Fonds Piranesi des Instituts, 964 davon stammen von Giovanni Battista Piranesi selbst. Zum Fonds gehören 16 einzeln katalogisierte Platten der Carceri d'Invenzione, bei zweien davon (Katalogeinträge 349 und 354) vermerkt der Katalog eine Stahlfacierung. Im Rahmen des Progetto Piranesi wurden die Platten ab 2009 restauriert und untersucht, nach dem Art-Bonus-Eintrag (Stand April 2022) 510 Matrizen und danach ein abgeschlossenes erstes Los mit weiteren 168.
Ist eine galvanische Replik dasselbe wie ein Nachdruck?
Sie ist eine Kopie der Druckplatte, kein fotografischer Nachdruck des Bildes. Aus einer Silikonabformung der Originalplatte entsteht über eine metallisierte Epoxidharzform und ein Kupferpositiv im galvanischen Bad eine Nickelmatrize, von der wie von jeder Tiefdruckplatte gedruckt wird. Das Institut vermerkte 2001 bei den Versuchsrepliken einen leichten Unterschied in der Oberflächenqualität des Trägermetalls, hielt aber fest, dass er sich im Druckbild nicht ausgewirkt hat.
Quellen und weiterführende Literatur
- Istituto Centrale per la Grafica, Rom, Die Stamperia des Instituts (abgerufen Oktober 2026, Aufgabenliste der Werkstatt, Zeitangaben zu Auflagen und Verkaufsdrucken)
- Istituto Nazionale per la Grafica, Rom, Matrici in rame. Ausstellung zur Konservierung der Kupfermatrizen (Februar 2001, Stahlfacierung, Verchromung, galvanische Repliken des 19. Jahrhunderts und die Replik von 1995 ff.)
- Istituto Centrale per la Grafica, Rom, Calcografica, digitaler Katalog der Matrizensammlung (Bestandszahlen, Einzelkatalogisierung der Carceri-Platten mit Stahlfacierungs-Vermerken)
- Glossario delle tecniche di incisione e calcografia, Eintrag acciaiatura (galvanisch aufgebrachte Eisenschicht auf gravierten Kupferplatten)
- Art Bonus, Progetto Piranesi, Restaurierung und Studium des Piranesi-Plattenbestands (ab 2009, 510 restaurierte Matrizen, Lose zu je 168, Verstählung)
- Istituto Nazionale per la Grafica, Rom, Giambattista Piranesi. Ausstellung 2010 (Fonds Piranesi mit 1191 Matrizen, davon 964 eigenhändig, Ankunft 1839)
- Wikipedia, Drypoint (englisch), Istituto Centrale per la Grafica (deutsch)
- Enciclopedia Italiana, Eintrag Galvanoplastica (Definition des elektrolytischen Reproduktionsverfahrens)
Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026.
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