Schwarz Gold Kunst: Wenn der Warmton aus dem Material kommt

Eine Kupferplatte liegt auf dem Tisch. Schwarz geätzt, von Eisenchlorid mattiert. Jemma Gunning hält sie schräg ins Licht. Das Bernsteinlicht auf dem Kupfer ist warm-metallisch, dunkel. So entsteht Gold in der Druckgrafik, ohne dass ein einziger goldener Pinselstrich im Spiel ist.

Schwarz-Gold-Einrichtungen scheitern nicht an der Wandfarbe, sie scheitern am Wandbild. Wer schwarz gold Kunst sucht, findet online goldgerahmte Poster mit goldenen Pigmenten, die dekorativ bleiben und nie im Raum ankommen.

Woher kommt der Goldton in der Druckgrafik?

Jemma Gunning gießt Eisenchlorid über eine Kupferplatte, Bernstein-Licht auf dem Metall. Credit: Alex Sedgmond
Jemma Gunning beim Ätzprozess. Das Bernsteinlicht des Eisenchlorids auf Kupfer zeigt den Warmton, der später im Druck erscheint. Foto: Alex Sedgmond

Bei einem Aquatinta-Druck wird die Metallplatte nicht mit Linien, sondern mit Flächen geätzt. Kolophoniumstaub wird aufgeschmolzen und schützt Teile der Platte, die Säure greift die freien Stellen an. Flächige Töne entstehen, die seit Le Princes Erfindung 1768 als malerischste Wirkung der Druckgrafik gelten und sehr nach lavierter Tusche aussehen. Die Académie royale de peinture et de sculpture kaufte das Verfahren 1782 posthum auf und machte es öffentlich zugänglich. Die Technik in der Tiefe erklärt /pages/aquatinta.

Noch weicher im Ton ist das Mezzotinto. Die Platte wird hier zuerst vollständig aufgeraut und würde in diesem Zustand einen gleichmäßig samtig-schwarzen Druck erzeugen. Die aufgeraute Platte hält viel Farbe, was die Fachliteratur als "the luxurious quality of its tones" beschreibt. Der Drucker schält dann helle Stellen aus dem Schwarz heraus. Was übrig bleibt, hat diese Samtigkeit, die kein anderes Druckverfahren reproduziert. Pro Platte gelingen rund 100 bis 200 gute Abzüge, bevor die Töne nachlassen. Prince Rupert brachte die optimierte Technik 1660 an den englischen Hof, weshalb Frankreich sie bis heute "la manière anglaise" nennt. Was das samteste Schwarz der Druckgrafik leistet, erklärt /pages/mezzotinto.

Rembrandt gilt als bekanntester Meister des Plattentons. Ab ca. 1647 ließ er beim Wischen der Platte absichtlich eine Hauchschicht Farbe stehen. Das Ergebnis war kein gleichmäßiges Schwarz, sondern eine atmosphärische Tiefe, die heute als eigenständiges Qualitätsmerkmal gilt. Bei seinen "Three Crosses" variierte dieser Plattenton von Abzug zu Abzug, weil Rembrandt bewusst unterschiedliche Farbschichten auf der Platte stehen ließ. Smith College beschreibt das so: "He deliberately left ink on the printing plate; by creatively inking the copperplate, Rembrandt in a certain sense painted each impression." Jedes Blatt aus der Auflage wirkt anders. Im Schwarz liegt das Warmton-Potential, nicht im Pigment. Den Plattenton im Kontext einer Radierung erklärt /pages/radierung.

Welchen Goldrahmen brauche ich für dunkle Druckgrafik?

Jemma Gunning hält Kupferplatte mit Zange über eine Flamme, Chiaroscuro-Licht. Credit: Alex Sedgmond
Kupferplatte über der Flamme: Der Russgrund wird vorbereitet. Foto: Alex Sedgmond

Goldrahmen gibt es in drei Grundausprägungen: Hochglanz, Matt-Gold und Altgold. Für zeitgenössische Druckgrafik gilt eine einfache Regel: je moderner das Werk, desto matter der Rahmen.

Hochglanzgold reflektiert zu viel, es konkurriert mit dem Werk statt es zu fassen. Es eignet sich gut für großformatige Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert, weniger für einen Kupferradierungsabzug im A3-Format. Für Grafiken und Kohlezeichnungen empfehlen sich warme Metalltöne wie Matt-Gold-Rahmen.

Matt-Gold, anodisiert, nimmt das Raumlicht auf und gibt es gedämpft zurück. Wenn das Werk auf warmtonigem Künstlerpapier gedruckt ist und dazu die Aquatinta-Töne in tiefem Braun-Schwarz liegen, entsteht ein Dialog zwischen Rahmen und Bild. Bilderrahmen in Gold und Schwarz wirken am besten als mattes Profil, das die Grafik nicht übertönt.

Altgold ist eine Alternative: Die Patina passt besonders gut zu älteren Techniken wie Radierungen, die an Rembrandt-Epochen erinnern, oder zu Holzschnitten mit langer Brennästhetik.

Wer einen Goldrahmen sucht, bestellt das Werk ungerahmt und geht damit zum lokalen Rahmenhandel. Die Kombination aus einem hochwertigen Matt-Gold-Profil mit dem Schwarz-Weiß-Kontrast einer Radierung oder dem Samtton eines Mezzotintos funktioniert unabhängig vom Rahmentyp. Der Warmton liegt im Werk selbst. Mehr zu Rahmungsoptionen auf /pages/druckgrafik-rahmen.

Schwarz-Gold in welchem Raum?

Die meisten Einrichtungsratgeber behandeln das generisch. Schwarz-Gold im Wohnzimmer funktioniert anders als Schwarz-Gold im Schlafzimmer, und ein Flur hat andere Gesetze als ein Büro.

Wohnzimmer mit Holzboden und hellen Wänden: Hier arbeitet schwarz gold Einrichtung am stärksten. Das Dunkel des Werkes hat Widerpart in der Helligkeit der Wände, der Goldton des Papiers knüpft an Holzfarben an. Eine Radierung oder ein Mezzotinto im Querformat, mittig über dem Sofa oder neben einem Holzregal, braucht Raum: Links und rechts mindestens 20 cm Wandfläche, damit das Bild atmen kann. Mehr zu Verhältnissen und Abständen auf /pages/bilderwand-gestalten.

Schlafzimmer: Wenn der Raum ruhig bleiben soll, lieber kleinformatig und mit etwas Abstand zur Decke aufhängen. Dunkle Töne in engen Räumen sind kein Problem, wenn das Format stimmt. Ein A4-Blatt auf cremefarbenem Künstlerpapier reicht für eine Schlafzimmerwand. Für konkrete Empfehlungen zu Formaten und Hängung im Schlafzimmer: /pages/bilder-schlafzimmer.

Das Büro ist ein Fall für sich. Schwarz-Gold wirkt hier konzentriert und sachlich, wenn das Motiv ruhig bleibt. Ein Holzschnitt mit klaren Schwarzflächen oder eine Radierung mit feinen Linienstrukturen passt besser als ein verspielt-ornamentales Motiv. Das Format kann ruhig größer sein als im Schlafzimmer, A3 oder 40x50 cm wirken am Schreibtisch weniger aufdringlich als befürchtet.

Im Flur mit wenig Licht entsteht eine andere Dynamik. Wer Goldrahmen Kunst in einem Korridor aufhängt, bemerkt etwas Unerwartetes: Warmes Metalllicht reflektiert auch bei schwachem Umgebungslicht. Ein hochformatiges schwarz gold Wandbild, mittig in der Flurwand platziert, macht aus einem Durchgangsraum einen Ankerpunkt. Die Aufhängehöhe spielt hier mehr als anderswo: Augenhöhe gilt, aber Augenhöhe im Durchschreiten, nicht beim Stehen. Mehr zur Aufhängehöhe.

Generell gilt für alle Räume: Schwarz-Gold braucht Kontrast. Wenn alle Flächen dunkel sind, geht das Schwarz im Bild unter. Wenn alle Flächen hell sind, trägt das Wandbild den Warmton alleine. Das ist die günstigere Ausgangslage.

Warum haben Goyas Aquatintas genau den Ton, den Schwarz-Gold-Einrichtung braucht?

Inga Eicaite, Collage mit Goldfaden auf Holzschnitt, Mixed-Media-Printmaking
Inga Eicaite, Collage-Element mit Goldfaden auf Holzschnitt. Gold entsteht hier nicht aus Pigment, sondern aus dem Material selbst.

Goyas "Los Caprichos" von 1799 sind das historische Referenzbeispiel dafür, was Schwarz-Gold-Druckgrafik leisten kann. 80 Blätter, Radierung und Aquatinta, Erstauflage 300 Exemplare. Nur 27 Exemplare waren in vierzehn Tagen verkauft, dann zog Goya die Serie aus dem Verkauf. Der Preis damals: 320 Reales pro Set, was dem Gegenwert einer Unze Gold entsprach. Verkauft wurden sie in einer Parfümerie in der Calle del Desengaño Nr. 1, weil kein Buchhändler das Werk listen wollte.

Was die Caprichos optisch von anderen Aquatintas unterscheidet: Die Tinte der Erstausgabe war nicht rein schwarz, sondern leicht rötlich-warm. Spätere Neudrucke wichen ins Blau-Schwarz oder Sepia ab. Diese Warmton-Qualität ist kein Zufall. Sie hängt mit der Ätzung, dem Papier und dem bewussten Einsatz von Burnishing zusammen.

Goya polierte auf Blatt 38 ("Brabísimo!") bestimmte Bereiche der Platte nach dem Ätzen blank. Ein Photomikrograph dokumentiert die Technik am Hinterbein des abgebildeten Esels: scharfe Übergänge zwischen tiefschwarzem Aquatinta-Ton und dem herausgearbeiteten Licht. Das Licht ist kein Weißpigment. Es ist freigelegt. Das ergibt den Chiaroscuro-Effekt, der heute Schwarz-Gold-Einrichtung prägt.

1803 tauschte Goya die Platten gegen eine lebenslange Jahresrente von 12.000 Reales für seinen Sohn ein. Die 200-plus Kupferplatten lagern heute in der Calcografía Nacional in Madrid. 2023 wurden die originalen Kupferoberflächen mit dem Selene Photometric Stereo System bei einer Auflösung von ca. 25 Mikrometern digital erfasst. Über 200 Jahre nach dem Druck liegen sie noch immer in Madrid.

Diesen Warmton-Mechanismus nutzen auch zeitgenössische Druckkünstler.

Welche Druckgrafiken passen zu Schwarz-Gold-Einrichtung?

Drei Werke aus dem Studio-Sonsu-Sortiment, die den Schwarz-Gold-Ton auf unterschiedliche Weise lösen. Das gesamte Sortiment unter /collections/all.

Black Rocks von Rod Nelson ist ein Holzschnitt. Das Blatt zeigt Felsen, über denen Licht bricht. Was Holzschnitt in diesem Kontext leistet, sind kräftige Schwarzflächen mit klaren Konturen, die aus der Entfernung sofort lesen. Das Goldene im Bild kommt nicht über ein Pigment, sondern über die Helligkeit des Papiers und die Art, wie das Licht am Rand des Schnitts erscheint. Der Rhythmus von Schwarz und freigelassenem Papier funktioniert in Räumen mit ruhigen, hellen Wänden besonders gut.

Of Sleuth Wood von Stephen Lawlor ist eine Radierung mit abstrakten Lichtflecken auf dunklem Grund. Lawlors Radierungen haben etwas Atmosphärisches, das an Rembrandts Plattenton erinnert: Tiefe ohne Detailüberlastung. Das Dunkel ist flächig, die Lichtflecken sind punktuell gesetzt. In einem dunklen Flur oder in einem Wohnzimmer, das abends mit warmem Kunstlicht beleuchtet ist, verändert sich dieses Werk mit der Tageszeit.

B_o1 von Inga Eicaite ist eine Intaglio-Grafik mit feinsten Linien auf tiefem Schwarz. Kosmisch-minimal: Die Linien sind so fein, dass man erst beim Näherkommen erkennt, was man sieht. Der Schwarzton ist der tiefste in dieser Auswahl, der Kontrast am stärksten.

Inga Eicaite beschreibt diese Spannung:

"There's a fragile beautiful balance on the line, dark and light that is constantly shifting and again repeating itself."

Mehr zur Farbwirkung im Raum allgemein auf /pages/farbwirkung-raum. Wer den Gold-Anteil aus der Kombination herausnehmen möchte und reines Schwarz-Weiß erkundet, findet Orientierung auf /pages/schwarz-weiss. Warme Erdtöne als Ergänzung zeigt /pages/kunst-erdtoene.

Wie läuft der Kauf ab?

Preise bei Studio Sonsu beginnen ab 30 Euro, die meisten Käufer landen zwischen 200 und 500 Euro. Alle Werke sind handsigniert, mit Editionsnummer in Bleistift und Echtheitszertifikat.

Rahmung kann direkt bei der Bestellung dazugewählt werden, in Schwarz oder Weiß, mit optionalem säurefreiem Passepartout und Acrylglas-Verglasung. Wer einen Goldrahmen möchte, bestellt das Werk ungerahmt und rahmt lokal ein.

Versand per DHL in einer stabilen Planversandbox. Ungerahmte Werke kommen in 5 bis 8 Werktagen an, gerahmte in ca. 10 bis 14 Werktagen.

14 Tage Widerrufsrecht, Rückgabe im Originalzustand.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Ketterer Kunst, Lexikon Aquatinta und Schabkunst
  • Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum, "Off His Rocker: Prince Rupert and the Mezzotint"
  • Factum Foundation, Selene-Scan-Projekt der Calcografía Nacional Madrid (2023)
  • National Gallery of Victoria, "Impossible Monsters: Goya's Aquatint Technique"
  • JSTOR Blog, "Goya's Los Caprichos: A Magnificent Failure"
  • Smith College Museum of Art, "Rembrandt's Three Crosses"

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Schwarz-Gold-Originaldruckgrafik und einem Schwarz-Gold-Poster?

Ein Poster wird auf industriellem Druckpapier in unbegrenzter Stückzahl gedruckt. Die Farben sind vierfarbig gedruckte Pigmente. Eine Originaldruckgrafik entsteht von der Platte: Kupfer, Holz, Stein. Der Schwarz-Warmton einer Radierung oder eines Mezzotintos kommt aus dem Ätzprozess, dem Papier und der Druckerfarbe, nicht aus einer Datei. Signiert vom Künstler, in der Regel auf 15 bis 30 Exemplare limitiert, danach nicht nachgedruckt.

Muss das Wandbild goldene Pigmente enthalten, um zu Schwarz-Gold-Einrichtung zu passen?

Nein. Der Goldton kommt nicht aus dem Bild, sondern aus dem Zusammenspiel von Papier, Druckton und Rahmen. Warmtoniges Künstlerpapier und dunkle Aquatinta- oder Mezzotinto-Töne arbeiten mit einem Matt-Gold-Rahmen zusammen. Goldene Pigmente im Werk sind nicht nötig.

Welche Drucktechniken passen am besten zu Schwarz-Gold-Einrichtung?

Aquatinta und Mezzotinto erzeugen die samtigen Tonwerte, die mit Matt-Gold-Rahmen am stärksten wirken. Radierungen mit Plattenton haben eine atmosphärische Tiefe. Holzschnitte liefern kräftige Kontraste. Holzschnitt und Radierung unterliegen in Deutschland dem ermäßigten Steuersatz von 7%.

Welchen Rahmen brauche ich für dunkle Druckgrafik?

Matt-Gold ist die verlässlichste Wahl. Hochglanzgold reflektiert zu stark und konkurriert mit dem Werk. Altgold passt gut zu historisch wirkenden Techniken wie Radierung oder Kupferstich. Für zeitgenössische Grafiken: je ruhiger die Rahmung, desto stärker das Werk. Schwarz oder Weiß sind immer möglich, Gold ist die Wahl wenn der Warmton als Konzept sichtbar bleiben soll.

Kann ich ein Werk gerahmt bestellen?

Ja. Bei der Bestellung kann Rahmung in Schwarz oder Weiß dazugewählt werden, mit optionalem säurefreiem Passepartout und Acrylglas-Verglasung. Gerahmte Werke brauchen ca. 10 bis 14 Werktage Lieferzeit. Wer einen Goldrahmen möchte, bestellt ungerahmt und rahmt lokal ein.

Studio Sonsu ist eine Galerie für zeitgenössische Druckgrafik in Hannover. Jedes Werk kommt direkt von den Künstlern. Ausgewählt, nicht eingekauft.

Alle Werke ansehen | Fragen? hello@studiosonsu.de