Kunstrichtungen

Kunstrichtungen oder Kunststile beschreiben Epochen und Bewegungen in der Geschichte der Kunst, in denen Künstler ähnliche Themen, Techniken oder Weltanschauungen teilten. Von der Romantik im frühen 19. Jahrhundert bis zur Street Art der Gegenwart lassen sich mehr als ein Dutzend große Strömungen unterscheiden, die bis heute Sammler, Museen und zeitgenössische Künstler prägen. Nahezu alle Bewegungen nutzten Druckgrafik als eines ihrer zentralen Ausdrucksmittel.

Berlin, 1881. Das Kupferstichkabinett zeigt 740 impressionistische Druckgrafiken als Leihgaben und kauft einen Teil davon direkt an. Gemälde derselben Bewegung kauft zu diesem Zeitpunkt noch kein deutsches Museum. Das erste impressionistische Gemälde in einer deutschen Sammlung kommt erst rund 15 Jahre später.

Erschwinglicher. Handhabbarer. Und in vielen Fällen radikaler als das zeitgleiche Gemälde.

Für die Techniken selbst, in denen diese Kunstrichtungen ihre Drucke realisierten, gibt es eine eigene Einführung: Druckgrafik: Was ist das?

Welche Kunstrichtungen gibt es, und wie spielte Druckgrafik jeweils eine Rolle?

Die folgende Übersicht folgt grob der Chronologie, ohne sklavisch an Jahreszahlen zu kleben. Bewegungen überschneiden sich, reagieren aufeinander, widersprechen sich. Wo das besonders deutlich wird, steht es dabei.

Romantik (ca. 1790–1850)

Die Romantik wandte sich gegen die Ratio der Aufklärung und suchte das Erhabene, das Fragmentarische, die Natur als Spiegel innerer Zustände. Caspar David Friedrich steht im deutschsprachigen Raum exemplarisch für diese Haltung: Rückenansichten, Nebelmeere, endlose Weiten.

In der Druckgrafik arbeitete Friedrich mit seinem Bruder Christian: Er entwarf die Komposition, Christian schnitt sie in Holz. In England produzierte J.M.W. Turner sein "Liber Studiorum" (1807–1819) mit 71 Drucken als programmatisches Lehrwerk der Landschaftsmalerei. William Blake erfand 1788 eine eigene Drucktechnik, die Text und Bild untrennbar verband.

Druckgrafik war in der Romantik kein Massenmedium, sondern ein persönliches: das Medium für Ideen, die auf Leinwand zu groß oder zu intim gewirkt hätten (ausführlicher auf der Romantik-Seite).

Ukiyo-e (ca. 1600–1900)

"Bilder der fließenden Welt": japanische Holzschnittkunst, die Stadtleben, Schauspieler, Kurtisanen und Landschaften in präzise gestanzten Farbflächen zeigte. Ukiyo-e war von Anfang an Massenware: Hokusais "Große Welle" entstand in einer Auflage von rund 8.000 Blatt.

Was Ukiyo-e vom Rest trennt, ist die konsequente Arbeitsteilung: Der Künstler zeichnete den Entwurf, ein Schneider übertrug ihn auf Holz, ein Drucker druckte ihn. Hokusai war Zeichner, kein Schneider. Das macht Ukiyo-e kunsthistorisch interessant: Hier liegt die Urheberschaft nicht im handwerklichen Vollzug, sondern im Entwurf. Ein Prinzip, das die zeitgenössische Druckgrafik-Szene heute wieder diskutiert. Mehr zu Ukiyo-e und seiner Wirkung auf die westliche Druckgrafik auf der Ukiyo-e-Seite.

Jugendstil (ca. 1890–1910)

Der Jugendstil wollte die Trennung zwischen freier und angewandter Kunst aufheben. Ornament und Funktion sollten verschmelzen. Das Plakat wurde zum Hauptschauplatz dieser Idee.

Toulouse-Lautrec schuf in zehn Lebensjahren knapp 400 Drucke und 31 Plakate im engeren Sinne. Sein erstes Lithografie-Plakat, "Moulin Rouge: La Goulue" (1891), wurde in einer Auflage von ca. 3.000 Exemplaren gedruckt. Jules Chéret passte sogar seinen eigenen Stil an den von Toulouse-Lautrec an. Ein Pionier, der vom Nachfolger beeinflusst wurde. Die ganze Geschichte des Jugendstils als Druckmedium gibt es auf der Jugendstil-Seite.

Impressionismus (ca. 1860–1900)

Der Impressionismus brach mit dem akademischen Ideal der fertigen Form und malte das Licht, das Flimmern, den Moment. Was weniger bekannt ist: Radierung war für viele der Hauptakteure kein Nebenprojekt.

Die Société des Aquafortistes, 1862 gegründet, hatte Manet als Gründungsmitglied. Degas schuf mehr als 300 Monotypien in zwei Arbeitsphasen. Pissarro experimentierte über fast 40 Jahre mit Aquatinta, Sandpapier und Drahtbürste. Mary Cassatt produzierte 1891 zehn Farbaquatinten in einer Auflage von nur 25 Exemplaren, inspiriert von japanischen Drucken, die sie im Jahr zuvor gesehen hatte. Zu Lebzeiten verkaufte sie die Auflage nie vollständig. Mehr zur Druckgrafik im Impressionismus auf der Impressionismus-Seite.

Expressionismus (ca. 1905–1930)

Ernst Ludwig Kirchner gründete 1905 in Dresden mit drei Freunden Die Brücke und griff sofort zur Druckgrafik. Über sein Leben entstanden allein 971 Holzschnitte, 665 Radierungen und 458 Lithografien.

Die Brücke verkaufte Originalgrafiken per Jahresabonnement: Passive Mitglieder bekamen für 12, später 25 Mark im Jahr Originaldrucke der Gruppenmitglieder. Das war Distribution als Kunstform, lange bevor das Wort "Edition" in Galerien etabliert war. Was die Brücke mit Druckgrafik machte, erklärt die Expressionismus-Seite, und die eigene Die-Brücke-Seite noch detaillierter.

Kubismus (ca. 1907–1925)

Kubismus hieß: ein Objekt von allen Seiten gleichzeitig sehen.

Braque schuf 12 kubistische Radierungen zwischen 1907 und 1912. Was auffällt: Die linearen und tonalen Grenzen der Druckplatte erzwangen eine Reduktion, die dem kubistischen Programm entgegenkam. Weniger Farbe, weniger Tiefe, mehr Struktur.

Picasso erwarb 1907 seine erste Druckpresse und experimentierte parallel zur kubistischen Phase mit Radierungen. Insgesamt schuf er über 2.000 Druckgrafiken, das umfangreichste grafische Oeuvre eines Künstlers im 20. Jahrhundert. Seine Suite 347, entstanden 1968 im Alter von 86 Jahren, umfasst 347 Radierungen und Aquatinten in 204 Tagen. Der Kubismus und seine druckgrafischen Konsequenzen auf der Kubismus-Seite.

Bauhaus (1919–1933)

Das Staatliche Bauhaus in Weimar versuchte, alle Künste unter dem Dach des Handwerks zu vereinen. Druckgrafik war von Anfang an dabei: Die Graphische Druckerei war eine der ersten Werkstätten, eingerichtet 1919.

Lyonel Feiningers Holzschnitt "Kathedrale" (1919) war das Titelbild des Bauhaus-Manifests. Das erste Publikationsprojekt des Weimarer Bauhauses waren "Zwölf Holzschnitte von Lyonel Feininger" (1921). Dann folgten die Grafik-Mappen "Neue Europäische Graphik": 5 Mappen geplant, 4 realisiert (1921–1924). Die Verkäufe blieben unter den Erwartungen. Alles zum Bauhaus als Druckgrafik-Institution auf der Bauhaus-Seite.

Dadaismus (ca. 1916–1924)

Dada war eine Anti-Bewegung. Gegen Sinn, gegen Stil, gegen Krieg, gegen Konvention. Das Cabaret Voltaire in Zürich eröffnete am 5. Februar 1916. Das Medium der Wahl war selten das Gemälde.

Kurt Schwitters, der von den Berliner Dadaisten abgelehnte Hannoveraner, gründete sein eigenes System und nannte es MERZ. Seine MERZ-Mappe von 1923 enthielt 6 Lithografien mit handgeklebten Collage-Elementen. Die MERZ-Zeitschrift erschien in 22 Ausgaben (1923–1932). George Grosz druckte sein "Ecce Homo" (1922/23) in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Ein Gericht ordnete die Entfernung von 17 der 84 Zeichnungen und 5 der 16 Farbdrucke an. Mehr zum Dadaismus als Druckgrafik-Bewegung auf der Dadaismus-Seite.

Surrealismus (ca. 1924–1940er)

Der Surrealismus wollte das Unbewusste sichtbar machen: Traumbilder, Automatismus, das Irritierende im Alltäglichen. Für die Drucktechnik war die Bewegung erstaunlich produktiv, weil ein einziges Atelier ihre wichtigsten Druckgrafiker verband.

William Hayter eröffnete 1927 in Paris sein Atelier 17. Miró, Max Ernst und andere Surrealisten arbeiteten dort gemeinsam. Als Hayter 1940 nach New York auswich, arbeiteten dort Pollock und Rothko. 1944 präsentierte das MoMA die Ausstellung "New Directions in Gravure" mit 100 Drucken von 32 Künstlern. Atelier 17 war weniger ein Stil als eine Infrastruktur: Es verband Bewegungen, die sonst nichts verband. Mehr auf der Surrealismus-Seite.

Art Déco (ca. 1920–1940)

Art Déco verbindet geometrische Eleganz mit industrieller Ästhetik. Es war keine politische Bewegung, sondern eine des Stils: präzise Linien, symmetrische Muster, Luxus als Form. Der Name "Art Déco" erschien erstmals 1966 im Druck, popularisiert durch Bevis Hillier.

In der Druckgrafik dominierte die Farblithografie. Die Plakate entstanden zunächst als Entwurf in Gouache oder Öl, wurden dann Farbe für Farbe auf separate Lithografiesteine übertragen. A.M. Cassandre (1901–1968) schuf zwischen 1925 und 1935 rund hundert solcher Plakate als Farblithografien. Sein Normandie-Plakat (1935) gelangte über den Nachlass des CGT-Illustrators René Bouvard in die Sammlung des Victoria and Albert Museum. Mehr zu Art Déco und Druckgrafik auf der Art-Déco-Seite.

Neue Sachlichkeit (ca. 1920–1933)

Die Neue Sachlichkeit entstand als nüchternes Gegenprogramm zum Expressionismus. Gustav Friedrich Hartlaub prägte den Begriff 1925 mit seiner Ausstellung an der Kunsthalle Mannheim. Sozialkritisch, präzise, desillusioniert.

Otto Dix schuf "Der Krieg" (1924) in 50 Radierungen über 5 Mappen, Auflage 70 Exemplare. Das Datum des Erscheinens war bewusst gewählt: zum zehnten Jahrestag des Kriegsausbruchs. George Grosz produzierte seine gesellschaftskritischen Mappen beim Malik-Verlag, viele davon in hohen Auflagen für breite politische Wirkung. Käthe Kollwitz schuf ihre Holzschnittfolge "Krieg" (1918–1922/23) als Verarbeitung des Todes ihres Sohnes Peter, gefallen 1914. Ausführlicher auf der Neue-Sachlichkeit-Seite.

Abstrakte Kunst (ab ca. 1910)

Abstrakte Kunst verzichtet auf erkennbare Gegenstände und arbeitet mit Form, Farbe und Komposition als eigenständigen Bildmitteln. Von Mondrian über Rothko bis zu zeitgenössischen Minimalisten reicht das Spektrum.

In der Druckgrafik ist Abstraktion besonders interessant, weil jede Technik eine eigene Ästhetik mitbringt. Radierung denkt in Linien, Lithografie in Flächen und Übergängen, Siebdruck in flächigen Farbbereichen mit harten Kanten. Abstrakte Drucke machen diese Technik-Logiken sichtbar, statt sie zu verstecken. Ein prägnantes Beispiel dafür sind Picassos Stier-Lithografien "Le Taureau" (1945/46): 11 Zustände in 33 Tagen, von der realistischen Darstellung bis zur reinen abstrakten Form. Mehr auf der abstrakte-Kunst-Seite.

Pop Art (ca. 1955–1975)

Pop Art übernahm die Bildsprache der Massenkultur: Werbung, Comics, Konsumartikel. Das Hauptmedium war folgerichtig der Siebdruck, weil er die flächige Farbqualität von Druckerzeugnissen replizierte.

Andy Warhol begann im August 1962 mit Siebdruck. Das Marilyn-Portfolio entstand 1967 in einer Auflage von 250 numerierten Exemplaren plus 26 Artist Proofs. Roy Lichtenstein arbeitete mit Rasterpunkten, die den Offsetdruck imitierten. Warhol machte den Siebdruck zum logischen Werkzeug einer Kunst, die Massenproduktion reflektierte. Mehr zur Pop Art und ihrer Druckgrafik auf der Pop-Art-Seite.

Street Art (ab ca. 1980)

Street Art begann als urbane Aneignung des öffentlichen Raums und ist heute in Museumssammlungen angekommen. Banksy gehörte laut Monopol-Magazin und Google-Auswertungen regelmäßig zu den meistgesuchten lebenden Künstlern in Deutschland, von 2013 bis 2022, mit einer Ausnahme (2016: Christo).

Die Verbindung zur Druckgrafik ist strukturell: Schablonen sind nichts anderes als Siebdruck-Logik im öffentlichen Raum. Shepard Fairey bezeichnet Druckgrafik als zentrales Fundament seiner Praxis. Swoon arbeitet mit Holzschnitten und Linolschnitten, deren Drucke an Wände geklebt werden. Die Grenze zwischen Grafik-Edition und Straßenkunst ist fließend. Mehr dazu auf der Street-Art-Seite.

Zeitgenössische Kunst (ab ca. 1980 bis heute)

Zeitgenössische Kunst ist keine Bewegung, sondern ein Zeitraum. Was Künstler heute produzieren, fällt in diese Kategorie, unabhängig vom Stil. Innerhalb dieser Breite spielen Drucktechniken eine lebendige Rolle: Risograph in kleinen Auflagen, Siebdruck als kollaboratives Medium, Radierung als bewusst archaisches Verfahren. Manche zeitgenössische Positionen orientieren sich dabei an der japanischen Wabi-Sabi-Ästhetik, die das Unvollkommene und Prozesshafte im Druck bewusst stehen lässt.

Allein in Deutschland gibt es rund 90 dokumentierte Druckwerkstätten, die meisten davon offen für Künstler. Handwerkliches Wissen wird nicht automatisch weitergetragen. Die Eintragung ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes seit 2018 dokumentiert das. Wie Originale erkannt, bewertet und gepflegt werden, erklärt diese Seite: Originalgrafik erkennen. Mehr auf der Zeitgenössische-Kunst-Seite.

Wie hängen diese Kunstrichtungen zusammen?

Die Chronologie allein erklärt nicht, warum diese Bewegungen so unterschiedlich und gleichzeitig so verbunden klingen.

Reaktion auf das Vorherige. Impressionismus reagiert auf den Akademismus, Expressionismus auf den Impressionismus, Neue Sachlichkeit auf den Expressionismus, Pop Art auf den abstrakten Expressionismus. Jede Bewegung definiert sich auch darüber, was sie ablehnt.

Medien als Manifest. Die Wahl der Technik war selten neutral. Die Brücke griff zum Holzschnitt, weil das Material roh war, direkter als Kupfer, näher an dem, was sie ausdrücken wollten. Warhol wählte Siebdruck, weil er nach Massenproduktion aussah. Blake erfand ein neues Verfahren, weil keines der existierenden passte.

Druckgrafik als Verteilermedium. Bevor ein Stil zum Museum kommt, kommt er oft durch Drucke. Die Impressionisten kamen über Grafiken nach Berlin, nicht über Gemälde. Dix 1924: 70 Mappen für die Kunstwelt, 10.000 Buchexemplare als Massenausgabe. Ukiyo-e nach Europa: durch Holzschnitte in Wohnzimmern, nicht durch Museen.

Die Druckgrafik ist das Medium der Bewegungen. Nicht immer. Aber erstaunlich oft.

Was verbindet die Epochen technisch?

Grob gesagt gliedern sich alle genannten Kunstrichtungen in vier Drucktechniken:

  • Hochdruck (Holzschnitt, Linolschnitt): Erhobene Flächen drucken. Expressionismus, Ukiyo-e, Romantik.
  • Tiefdruck (Radierung, Kaltnadel, Aquatinta, Mezzotinto): Vertiefte Linien halten die Farbe. Impressionismus, Neue Sachlichkeit, Romantik.
  • Flachdruck (Lithografie, Steindruck): Chemie trennt druckende und nicht-druckende Flächen. Jugendstil, Surrealismus, Abstraktion.
  • Durchdruck (Siebdruck): Farbe wird durch ein Sieb gedrückt. Pop Art, Street Art, Zeitgenössisch.

Auffällig ist: Politische Bewegungen (Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Dadaismus) griffen fast immer zum Hochdruck oder Tiefdruck. Dekorative Bewegungen (Jugendstil, Art Déco) zur Lithografie. Und Pop Art wählte den Durchdruck, weil er wie Massenproduktion aussieht.

Für einen Überblick über die Techniken selbst, ihre Geschichte und ihre Erkennungsmerkmale: Originaldruck oder Reproduktion? So erkennst du den Unterschied

Häufige Fragen zu Kunstrichtungen

Was ist der Unterschied zwischen Kunststil und Kunstrichtung?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Streng genommen beschreibt "Kunstrichtung" eine historisch situierte Bewegung mit gemeinsamer Programmatik (wie den Expressionismus), während "Kunststil" auch individuelle Stileigenschaften eines Künstlers meinen kann. In der Praxis sind beide Begriffe austauschbar.

Welche Kunstrichtung hat die stärkste Verbindung zur Druckgrafik?

Am dichtesten ist die Verbindung beim deutschen Expressionismus, beim Jugendstil und bei der Pop Art. Beim Expressionismus war Druckgrafik das primäre Medium der Bewegung. Beim Jugendstil definierte das Plakat die Bewegung nach außen. Bei der Pop Art war der Siebdruck nicht Handwerk, sondern Aussage.

Welche Kunstrichtungen entstanden in Deutschland?

Expressionismus (Die Brücke, Dresden 1905; Der Blaue Reiter, München 1911), Dadaismus (Berlin), Neue Sachlichkeit (Mannheim/Berlin) und Bauhaus (Weimar, Dessau) sind im engeren Sinne deutsche Bewegungen oder hatten Deutschland als Hauptschauplatz. Die Affinität zur Druckgrafik ist bei fast allen auffällig hoch.

Müssen Kunstwerke einer Richtung zugeordnet werden?

Nein. Viele der stärksten Werke entstehen genau an den Übergängen zwischen Bewegungen. Käthe Kollwitz wird oft dem Expressionismus zugerechnet, arbeitete aber mit einer Präzision, die eher an Neue Sachlichkeit grenzt. Picasso passte in keine Bewegung vollständig. Solche Unschärfen sind kein Problem, sondern der interessante Teil.

Was sind Kunstrichtungen, die in Originaldrucken besonders zugänglich sind?

Zeitgenössische Druckgrafik beginnt ab 30 Euro pro Werk. Expressionismus und Bauhaus im Original sind historisch und entsprechend teurer, aber es gibt solide zeitgenössische Positionen, die in dieser Tradition arbeiten.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Kupferstichkabinett Berlin, Ausstellung "Der andere Impressionismus: Internationale Druckgraphik von Manet bis Whistler" (2024-2025)
  • Metropolitan Museum of Art, "The Etching Revival" und "Workshop and Legacy: Stanley William Hayter"
  • Museum of Modern Art, "Edgar Degas: A Strange New Beauty" (2016) und "Hayter and Studio 17: New Directions in Gravure" (1944)
  • Bauhauskooperation, "Neue Europäische Graphik" und Druckwerkstatt-Dokumentation
  • Deutsche UNESCO-Kommission, Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (Drucktechniken, 2018)

Studio Sonsu ist eine Galerie für zeitgenössische Druckgrafik in Hannover. Jedes Werk kommt direkt von den Künstlern. Ausgewählt, nicht eingekauft.

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