Jemma Gunning RE
Jemma Gunning ist eine britische Druckgrafikerin aus Bristol, die Kupferradierung und Aquatinta nutzt, um aufgegebene Industrieorte ins Bild zu fassen. Ihre Technik ist dabei kein neutrales Werkzeug: Säure frisst sich ins Metall auf dieselbe Weise, wie Zeit und Feuchtigkeit sich in Wollmühlen und Kohlegruben fressen.
Gunning steht in einer aufgelassenen Wollmühle in Wales und zeichnet, was noch übrig ist. Die Struktur steht noch, kaum. Zurück im Atelier behandelt sie auf einer Kupferplatte dieselbe Fläche mit Säure. Das Metall gibt nach, dort wo die Nadel es freigelegt hat. Was von der Platte kommt, ist nicht die Mühle. Es ist die Zeit darin.
Jemma Gunning lebt und arbeitet in Bristol. Seit ihrem MA in Multidisciplinary Printmaking an der University of the West of England (UWE) hat sie sich auf Radierung spezialisiert, mit besonderem Fokus auf Aquatinta und Sugar Lift.
Die Editionen erscheinen meist auf Somerset Satin 300gsm, in der Regel in Auflagen von 30. Gunnings Arbeiten zeigen eine Vorliebe für die Kombination aus Hardground-Ätzung und Sugar Lift Aquatinta. Die Hardground-Ätzung liefert das architektonische Gerüst: Schächte, Kanten, Mauern. Die Sugar Lift Aquatinta übernimmt die Flächen. Im fertigen Druck haben die Linien Schärfe, die Flächen changieren zwischen Tiefschwarz und einem sanften Grau, das wie Staub auf der Oberfläche liegt.
Für "The Fading City" (März 2020, The Hive Gallery Birmingham) trieb sie den Prozess weiter als üblich. Zwei verfallene Gebäude im Schmuckviertel: Kupferradierungen mit bis zu zehn Säurebädern in Eisenchlorid, dazu Seidenmonotypien im Format von 3,5 Metern.
Handsignierte Kupferradierungen von Jemma Gunning, alle mit Echtheitszertifikat.
Gunnings Thema sind Orte, die verschwinden. Kohle- und Zinnbergwerke in Wales und Cornwall, Wollmühlen, Industriebrachen. Sie beschreibt den Antrieb: "Just one or two historic buildings can define a place and community. With urban expansions and redevelopments rapidly happening worldwide, I feel that it is increasingly important to document derelict forms that are in danger of being lost."
Was auffällt: Gunning spricht von Dokumentation, nicht von Rettung. Und da liegt der Unterschied zwischen Fotoarchiv und Druckspur. Eine Fotografie dokumentiert Oberfläche. Die Ätzung dokumentiert Prozess.
In den letzten Jahren hat sich der Fokus verschoben: von Industrieruinen zu Gletschern. Die alpinen Arbeiten folgen derselben inneren Logik. Die Mer-de-Glace-Serie zeigt Gletscher in den französischen Alpen, deren Rückzug seit dem 19. Jahrhundert dokumentiert ist. Spaltenverläufe und Eiskanten hält Gunning dort als Monotypien fest, nicht als Kupferradierung.
MA an der UWE Bristol (2018), danach ein zweijähriges Printmaking Research Fellowship am City and Guilds of London Art School unter Jason Hicklin. Mitglied der Royal Society of Printmakers (RE). QEST Johnnie Walker Scholarship 2018, Printmaking Today State of the Art Prize 2018, Elizabeth Greenshields Foundation Award 2019 und 2020. Werke in der Sammlung des V&A London.
Was ein Original von einem Kunstdruck unterscheidet, zeigt sich in jedem Blatt. Mehr über Druckgrafik als eigenständige Kunstform.
Fotos: Alex Sedgmond
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Jemma Gunning – Sugar
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Jemma Gunning – The British Industrial EstateJemma GunningRadierungAuflage 3032 × 50 cm
- Regulärer Preis
- €285,00
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Jemma Gunning – The British Industrial Estate IIIJemma GunningRadierungAuflage 3032 × 48 cm
- Regulärer Preis
- €285,00
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Jemma Gunning – Welsh Asylum
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Jemma Gunning – Welsh Asylum II
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Jemma Gunning – Permanite Asphalt Works IIJemma GunningRadierungAuflage 3060,5 × 44,5 cm
- Regulärer Preis
- €400,00
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Jemma Gunning – Permanite Asphalt Works IIIJemma GunningRadierungAuflage 3060,5 × 44,5 cm
- Regulärer Preis
- €400,00
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Jemma Gunning – Robinson and Sons
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Jemma Gunning – Celuan Wool Mill
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Jemma Gunning – Basement