Die vier Druckprinzipien: Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck, Durchdruck
Diese Drucktechniken-Übersicht erklärt alle vier physikalischen Grundprinzipien: Farbe sitzt entweder auf erhabenen Stellen (Hochdruck), in Vertiefungen (Tiefdruck), auf einer chemisch behandelten Fläche ohne Relief (Flachdruck) oder wird durch ein Gewebe gepresst (Durchdruck). Wer das einmal verstanden hat, liest jedes Druckgrafik-Blatt anders und erkennt, welches Verfahren dahintersteckt.
Stephen Lawlors Radierung und Rod Nelsons Holzschnitt: beide auf Papier, beide signiert, beide in limitierter Auflage. Halte beide schräg gegen Licht. Bei der Radierung liegt eine leicht eingedrückte Linie am Bildrand (eine Pressspur, keine Druckspur). Der Holzschnitt hat das nicht; das Papier ist flach. Dieser eine haptische Unterschied erklärt alles über die physikalischen Logiken dahinter. Und es gibt noch zwei weitere.
Die vier Klassen existieren, weil Farbe und Papier auf fundamental verschiedene Weisen zueinander gebracht werden können. Wer Druckgrafik sammeln, schenken oder einfach verstehen will, braucht dieses Fundament. Den ausführlichen Direktvergleich der beiden ältesten Klassen findest du unter Hochdruck vs. Tiefdruck. Die übergeordnete Pillar-Seite ist Was ist Druckgrafik?. Wer prüfen will, ob ein Blatt zu einem dieser vier Prinzipien gehört oder nur fotografisch erzeugt wurde, findet die Abgrenzung auf Original vs. Kunstdruck.
Was ist Hochdruck?
Beim Hochdruck drucken die erhabenen Stellen des Druckstocks. Was weggeschnitten oder weggemeißelt wurde, druckt nicht. Farbe wird auf die Oberfläche aufgerollt, dann Papier aufgelegt und angedrückt. Der visuelle Charakter: klare Kontraste, grafische Energie, sichtbare Werkzeugspuren im besten Sinne.
Holzschnitt und Linolschnitt sind die bekanntesten Hochdruckverfahren. Beim Holzschnitt schnitzt der Künstler in einen Holzblock; was stehenbleibt, druckt. Beim Linolschnitt ist das Material Linoleum: weicher, gleichmäßiger, ohne Maserung. Das Prinzip ist dasselbe.
Der Hochdruck ist die älteste Drucktechnik. In China gab es den Holzblockdruck im 7. Jahrhundert, das älteste sicher datierte Druckwerk stammt aus dem Jahr 868, und der Aufstieg des Drucks war eng mit dem Mahayana-Buddhismus verbunden, lange bevor Gutenberg in Europa den Druck mit beweglichen Lettern entwickelte.
Was gibt die Hochdruck-Logik einem Künstler? Kraft durch Reduktion. Durch Wegnehmen entsteht das Bild, durch das was stehenbleibt.
Hokusais "Große Welle" (1831) ist das bekannteste Beispiel dieser Logik: Die tiefen Blautöne kamen durch das Berliner Blau, ein synthetisches Pigment, das ab 1820 aus Holland nach Japan importiert wurde und ab 1829 in großen Mengen ankam. Zuvor benutzten Ukiyo-e-Drucker Indigo, ein Blau, das schnell verblasste.
Die expressionistischen Künstler der "Brücke", 1905 in Dresden gegründet, machten die Grobheit des Holzschnitts zum Ausdrucksmittel. Die rohe Energie des Schnittes, die ungleichen Ränder, die Werkzeugspuren im Druck: Das war der Ausdruck, kein Fehler, der zu akzeptieren war.
Rod Nelsons zeitgenössischer Holzschnitt „Black Rocks" (2022) folgt derselben Logik: Was auf dem Stock stehenbleibt, druckt, der Rest wird weggeschnitten. Dunkle Felsinseln heben sich als stehengebliebene Fläche gegen den Himmel ab.
Erkennungsmerkmal am fertigen Blatt: Das Papier bleibt flach, ohne Plattenrand; ein Holzschnitt-Abzug unterscheidet sich dadurch von jedem Tiefdruck. Unter einer Lupe kann an den Außenkanten der gedruckten Linien ein feiner Farbrand sichtbar sein, ein "Ink Rim", wo der Anpressdruck die Farbe leicht hinausgedrückt hat. Ein starker Quetschrand gilt beim Holzschnitt als Mangel.
Was ist Tiefdruck?
Beim Tiefdruck sitzt die Farbe in Vertiefungen. Die Plattenoberfläche wird vollständig eingefärbt, dann wieder abgewischt. Was in den Rillen geblieben ist, kommt unter Pressdruck ins angefeuchtete Papier. Was dabei entsteht: feinste Linien, atmosphärische Tonwerte, eine fast zeichnerische Qualität.
Radierung, Kupferstich und Kaltnadel gehören zum Tiefdruck. Bei der Radierung wird eine Kupferplatte mit Ätzgrund bedeckt, die Zeichnung in den Grund geritzt, dann in Säure geätzt. Die Säure beißt in das freigelegte Metall und schafft Vertiefungen, die die Druckfarbe halten.
Der Tiefdruck hat seine eigene Materialgeschichte. Rembrandt schuf rund 300 Radierungen; von seinen Kupferplatten sind nach Erik Hinterdings Zählung von 1995 achtzig erhalten. Ihre Geschichte lässt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen: über das Inventar des Amsterdamer Kunsthändlers Clement de Jonghe von 1679, über Pariser Sammler und Verleger bis zur Familie Humber, die den Hauptbestand bewahrt. Frühe Abzüge von einer frisch gravierten Platte sehen anders aus als späte, weil Kupfer unter dem Pressdruck verschleißt.
Und noch früher: Der "Meister der Spielkarten", aktiv in den 1430er bis 1450er Jahren im deutschen Südwesten, gilt als erste Persönlichkeit in der Geschichte des Kupferstichs. Rund hundert Kupferstiche sind bekannt, die Spielkarten meist als Einzelexemplare. Ein datiertes Blatt von 1446, das seinem mutmaßlichen Schüler zugeschrieben wird, zeigt, dass er zu diesem Zeitpunkt schon lange aktiv war. Tiefdruck beginnt mit anonymem Spielkartendruck, Jahrzehnte vor Dürer und zwei Jahrhunderte vor Rembrandt.
Jemma Gunning beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Praxis so:
"My practice begins with drawing. It is the way I observe, record, and make sense of the world."
Der Tiefdruck ist ein zeichnerisches Verfahren. Die Linie auf der Platte ist fast eine Zeichnung. Was Rembrandt mit Kaltnadel auf Kupfer kratzte, trägt den Gestus der Hand ins Papier.
Erkennungsmerkmal am fertigen Blatt: Halte das Blatt schräg gegen Licht. Den Plattenrand siehst du innerhalb von drei Sekunden: eine leicht in das Papier eingedrückte rechteckige Linie am Bildrand. Das ist eine mechanische Prägung durch die Kante der Kupfer- oder Zinkplatte, keine Druckspur. Fotomechanische Reproduktionen haben diesen Abdruck nicht, sofern er nicht nachträglich geprägt wurde. Was der Tiefdruck an Tonwert-Tiefe leistet, zeigt Stephen Lawlors Radierung "And England's Dreaming": eine Figur aus dichter geätzter Linienarbeit.
Was ist Flachdruck?
Beim Flachdruck liegen druckende und nicht-druckende Stellen auf exakt derselben Ebene. Statt Relief oder Vertiefung läuft alles über Chemie: Fett und Wasser stoßen sich ab. Fettige Zeichenmaterialien nehmen Druckfarbe an, benetzte Flächen stoßen sie ab. Die Spur davon ist im fertigen Blatt kaum sichtbar.
Toulouse-Lautrecs Farblithografie „Miss Loïe Fuller" von 1893 zeigt diesen Charakter: weiche Farbübergänge und dekorative Flächigkeit, wie sie der Steindruck erlaubt.
Die Lithografie ist das Paradebeispiel. Die Geschichte ihrer Entstehung ist bemerkenswert konkret überliefert. Alois Senefelder beschreibt in seinem eigenen Bericht von 1818 die Entdeckung von 1796: Seine Mutter bat ihn, eine Wäscheliste zu schreiben, die Wäscherin wartete. Papier war keins da. Er schrieb die Liste auf einen frisch geschliffenen Kalkstein mit seiner selbst angemischten Steintinte aus Wachs, Seife und Lampenruß. Danach ätzte er den Stein mit Scheidewasser an: Die Schrift blieb erhaben stehen. Senefelder hatte nicht nach einem neuen Druckverfahren gesucht. Er wollte seine eigenen Theatertexte billig selbst drucken. Der Stein war Kelheimer Kalkstein, den er sich zum Anreiben seiner Farben besorgt hatte.
Warum war die Wäscheliste eine Entdeckung? Weil das Prinzip erstmals eine Drucktechnik ohne jedes Relief ermöglichte. Kein Kupferstich, kein Holzblock. Nur Chemie auf einem flachen Stein.
Das gibt dem Flachdruck seinen unverwechselbaren visuellen Charakter: weiche Übergänge und Tonwerte, die an Aquarell oder Kohlezeichnung erinnern. Toulouse-Lautrec nutzte genau das für seine Plakate: Die Lithografie erlaubte ihm klare Farbflächen mit starken Konturen in hoher Auflage zu drucken.
Die Lithografie wird oft missverstanden. Keine Prägung, kein tastbarer Rand im Papier. Manchmal zweifeln Leute, ob da "echte Arbeit" dahintersteckt. Die Antwort: Die Arbeit steckt in der Zeichnung auf dem Stein, in der chemischen Vorbereitung, in der Präzision des Farbauftrags. Die Spur ist nur unsichtbarer.
Erkennungsmerkmal am fertigen Blatt: Kein tastbarer Rand, keine Prägung. Das Papier ist komplett flach. Die Übergänge zwischen gedruckten und ungedruckten Flächen sind weich, die Tonwerte nuanciert. Wer einen Plattenrand sucht und keinen findet, steht möglicherweise vor einer Lithografie.
Was ist Durchdruck?
Beim Durchdruck wird Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf das Papier gepresst. Die nicht-druckenden Stellen im Gewebe sind verklebt oder abgedeckt, die offenen Stellen lassen Farbe durch. Was dabei entsteht: deckende, satte Farbflächen mit klaren Kanten.
Siebdruck ist das Durchdruck-Verfahren der zeitgenössischen Kunst. Und das mit der kompliziertesten Anerkennungsgeschichte. Anthony Velonis leitete ab Ende 1938 die Silk Screen Unit des New Yorker WPA Art Project und brachte vielen Künstlern das Verfahren bei. Das Wort "Serigraphy" prägten in den 1930er Jahren Künstler um Velonis, Max Arthur Cohn und Hyman Warsager, um den künstlerischen Siebdruck vom industriellen Gebrauch zu trennen; Carl Zigrosser, Kurator am Philadelphia Museum of Art, machte es 1941 mit seinem Essay "The Serigraph, A New Medium" bekannt. Im Deutschen steht dafür der Begriff Serigrafie.
Der Siebdruck produziert deckende Farbflächen von hoher Leuchtkraft. Die klaren Kanten zwischen Farbflächen, die Intensität des Pigmentauftrags, die Möglichkeit mehrere Farben übereinanderzuschichten: Das ist die Grammatik des Durchdrucks. Andy Warhols Marilyn-Siebdrucke funktionieren genau aus dieser Logik heraus.
Für jede Farbe gibt es einen eigenen Druckdurchgang mit eigenem Sieb. Antonia Rebers Straßenszenen zeigen dieses Prinzip deutlich: Die deckende Farbflächigkeit des Siebdrucks gibt ihren Stadtansichten ihre Klarheit.
Erkennungsmerkmal am fertigen Blatt: Satte, fast opake Farbflächen. Die Farbe liegt auf dem Papier, nicht im Papier. Unter einer guten Lupe ist manchmal die Struktur des Gewebes erkennbar, ein leichter Sägezahneffekt an den Farbkanten. Die Farbflächen wirken anders als beim Tiefdruck oder Flachdruck: intensiver, flächiger, mit klaren Grenzen statt weichen Übergängen. Antonia Rebers Siebdruck "Echo Surfaces 4", ein belebter Fußgängerüberweg in satten Farbflächen, führt genau das vor.
Wie erkenne ich welches Prinzip hinter einem Werk steckt?
Vier Klassen, vier Tests. Alle lassen sich am fertigen Blatt durchführen, ohne etwas darüber zu wissen, wie es gemacht wurde.
Fang beim Tiefdruck an: Der Plattenrand ist der eindeutigste Test. Halte das Blatt schräg gegen Licht und such nach einer leicht eingedrückten rechteckigen Linie am Bildrand. Wenn dieser Plattenrand sichtbar ist, ist die Frage beantwortet. Radierung, Kupferstich, Kaltnadel, Aquatinta: alle entstehen mit ihm, sofern das Blatt nicht beschnitten wurde. Fotomechanische Reproduktionen haben ihn nicht, es sei denn, er wurde nachträglich geprägt.
Wenn kein Plattenrand da ist: Schau unter einer Lupe die Außenkanten der Drucklinien an. Ein feiner Farbrand, wo der Anpressdruck die Farbe herausgedrückt hat, weist auf Hochdruck hin. Das Papier liegt flach, kein Relief im Untergrund.
Wenn weder Plattenrand noch Farbrand: Entscheidet der Farbcharakter. Satte, deckende Farbflächen, bei denen die Farbe auf dem Papier liegt, sprechen für Durchdruck. Weiche Übergänge, nuancierte Tonwerte, das Papier so flach wie unbeschrieben, sprechen für Flachdruck.
Für den Sammler gilt: Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Tiefdruck-Original und Reproduktion ist der Plattenrand. Bei einer Radierung die keinen hat, lohnt sich eine genaue Nachfrage.
Welcher Steuersatz gilt für welche Druckklasse?
Neben dem Visuellen gibt es einen steuerlichen Unterschied, den Sammler kennen sollten.
Hochdruck, Tiefdruck und Flachdruck gelten nach deutschem Steuerrecht als "Originalstiche, -schnitte und -steindrucke" (Zolltarifposition 9702) und unterliegen dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 %. Grundlage ist § 12 Abs. 2 UStG mit Anlage 2 Nr. 53 b.
Durchdruck (Siebdruck) steht nicht in dieser Liste, für ihn gilt damit der Regelsteuersatz von 19 %. Das sagt nichts über die künstlerische Qualität, es spiegelt die Warenklassifikation des Zolltarifs, die der Anlage 2 zugrunde liegt.
Wer als Unternehmer Kunst kauft und steuerlich absetzen möchte, sollte die Druckklasse kennen.
Warum wurden alle vier Prinzipien gemeinsam Immaterielles Kulturerbe?
2018 wurden "Künstlerische Drucktechniken des Hochdrucks, Tiefdrucks, Flachdrucks, Durchdrucks und deren Mischformen" ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, das die Deutsche UNESCO-Kommission führt.
Bemerkenswert ist der Titel selbst. Der Titel nennt das gesamte System der vier Klassen, nicht einzelne Verfahren wie Radierung oder Lithografie. Die vier Druckprinzipien sind keine Aufzählung von Techniken. Sie beschreiben vier fundamental verschiedene Weisen, Farbe und Papier zueinander zu bringen.
Das hat Konsequenzen für das Verständnis. Ein Kupferstecher aus dem 15. Jahrhundert und ein Siebdrucker aus dem 21. Jahrhundert arbeiten mit völlig verschiedenen Materialien und Werkzeugen. Das Prinzip des ersten: Farbe in Vertiefungen. Das Prinzip des zweiten: Farbe durch ein Gewebe. Das System ist stabiler als jede einzelne Technik.
Rod Nelson hat das in allgemeinere Worte gefasst:
"Technical mastery does not necessarily confer artistic success, but invariably creates options."
Das gilt für Künstler bei der Wahl des Verfahrens. Und für Sammler beim Lesen eines Blatts.
Häufige Fragen zu Drucktechniken und Druckprinzipien
Was ist der Unterschied zwischen Hochdruck und Tiefdruck?
Beim Hochdruck drucken die erhabenen Stellen des Druckstocks, beim Tiefdruck die vertieften. Beim Holzschnitt wird Material weggenommen, die Flächen, die stehenbleiben, drucken. Bei der Radierung wird in eine Metallplatte geätzt, die Farbe sitzt in den Rillen. Haptisch: Hochdruck hinterlässt keinen Plattenrand im Papier, Tiefdruck schon. Welches Papier für welches Druckprinzip passt, vergleicht Papier für Druckgrafik. Der ausführliche Vergleich findet sich auf der Seite Hochdruck vs. Tiefdruck.
Wie erkenne ich eine Radierung (Tiefdruck) an der Wand?
Das sicherste Merkmal ist der Plattenrand: eine leicht in das Papier eingepresste rechteckige Linie am Bildrand, die man sieht wenn man das Blatt schräg gegen Licht hält. Bei fotomechanischen Reproduktionen fehlt diese Prägung. Der Plattenrand entsteht durch den Anpressdruck der Druckpresse auf die Kante der Metallplatte.
Warum kostet Siebdruck 19% und Radierung 7% Mehrwertsteuer?
Das Steuerrecht nennt in § 12 Abs. 2 UStG mit Anlage 2 Nr. 53 b "Originalstiche, -schnitte und -steindrucke" (Position 9702) mit 7 % Mehrwertsteuer. Das umfasst Tiefdruck (Radierung, Kupferstich), Hochdruck (Holzschnitt, Linolschnitt) und Flachdruck (Lithografie). Siebdruck als Durchdruckverfahren steht nicht in der Anlage, für ihn gilt der Regelsteuersatz von 19 %.
Welche Drucktechnik ist die älteste?
Der Holzschnitt ist das älteste Druckverfahren, in China im 7. Jahrhundert belegt. In Europa wurde der Holzblockdruck ab Mitte des 14. Jahrhunderts für Stoffmuster und gegen Ende des Jahrhunderts für Bilder auf Papier benutzt. Der Kupferstich als älteste Tiefdrucktechnik wurde um 1420/1430 im oberdeutschen Raum erstmals angewendet; die ersten Kupferstecher waren Goldschmiede. Die Lithografie als erster Flachdruck geht auf Alois Senefelders Entdeckung von 1796 zurück. Der künstlerische Siebdruck etablierte sich in den USA ab Ende 1938 über die Silk Screen Unit der WPA.
Kann man an einem fertigen Druck erkennen, mit welchem Verfahren er gedruckt wurde?
Ja, mit ein bisschen Übung. Tiefdruck: Plattenrand fühlen und unter Streiflicht sehen. Hochdruck: kein Plattenrand, unter der Lupe eventuell ein feiner Farbrand an den Linienkanten. Flachdruck: kein Relief, keine Prägung, weiche Tonübergänge. Durchdruck: satte, deckende Farbflächen, unter Lupe eventuell leichte Gewebetextur erkennbar. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen einem Tiefdruck-Original und einer Reproduktion ist der fehlende oder vorhandene Plattenrand.
Quellen und weiterführende Literatur
- Alois Senefelder, The Invention of Lithography (Übersetzung des Lehrbuchs von 1818, Project Gutenberg): Wäscheliste, Steintinte, Kelheimer Stein
- Wikipedia (EN), Woodblock printing; The Great Wave off Kanagawa; Prussian blue; Master of the Playing Cards; Rembrandt's prints; Anthony Velonis; Screen printing
- Wikipedia, Kupferstich; Lithografie; Alois Senefelder; Siebdruck; Brücke (Künstlergruppe)
- Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline: Henri de Toulouse-Lautrec (1864–1901)
- Deutsche UNESCO-Kommission, Künstlerische Drucktechniken im Bundesweiten Verzeichnis (Aufnahmejahr 2018)
- Gesetze im Internet, § 12 UStG und Anlage 2 (Nr. 53 b)
Zuletzt aktualisiert am 09.09.2026.
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