Was kostet Originalgrafik?

Neben dem Werk in der Galerie hängt oft keine Antwort, sondern ein kleines weißes Schild. Darauf steht nicht 480 Euro. Darauf steht: Preis auf Anfrage.

Du stehst davor, willst fragen, und zögerst. Das liegt selten am Geld. Es liegt daran, dass du nicht weißt, ob die Frage dich blamiert. Was kostet Originalgrafik eigentlich, wenn niemand die Zahl hinschreibt? Vielleicht ist die Antwort dreistellig, vielleicht sechsstellig, und du hast keine Ahnung, in welche Richtung du dich vorbereiten sollst.

Warum verschwindet ausgerechnet bei Originalgrafik der Preis so oft hinter einer Floskel, während er anderswo im selben Markt schwarz auf weiß steht? Das ist die eigentliche Frage. Was ein Blatt an der Wand am Ende wirklich kostet, kommt später.

Wo verschwindet der Preis, und wo steht er einfach da?

Der Markt für Originalgrafik zerfällt grob in drei Gebiete, und in jedem davon verhält sich derselbe Preis unterschiedlich.

Im Editionsverlag steht der Preis offen da, oft sogar im Voraus. Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg wurde 1925 vom Hamburger Volksschullehrer Johannes Böse gegründet und funktioniert seither wie ein Abonnement für Kunst. Wer Mitglied wird, bekommt eine feste Zusage: Der Jahresbeitrag schließt die Wahl von vier Originalgrafiken pro Jahr ein, dazu das zweimal jährlich erscheinende Verbandsmagazin. Vier Werke im Jahr, schriftlich zugesagt, lange bevor irgendjemand nach einem Preis fragen müsste.

Wer mehr will als die vier enthaltenen Blätter, findet den Zusatzpreis in den eigenen FAQ schwarz auf weiß: 45 Euro pro zusätzlichem Wahlblatt. Wie viele Abzüge am Ende überhaupt existieren, legt laut Vereinsangaben nicht der Künstler vorab fest. Das entscheidet die Zahl der Mitglieder, die sich für ein Motiv entscheiden. Der Verein ist auf 4.500 Mitglieder begrenzt. Wer eintreten will, wartet also nie auf eine Preisauskunft.

Ein ähnliches, deutlich kleineres Modell fährt der Kunstverein Singen. Die Jahresgabe 2025, ein zweiteilig collagierter Papierschnitt von Felix Droese, kostet laut Vereinsangaben 480 Euro für Mitglieder und 620 Euro für alle anderen. Zwei Zahlen, beide öffentlich online, kein Rätselraten davor.

Der Auktionsmarkt zeigt Preise ebenfalls offen, allerdings erst im Nachhinein. Zuschlagsergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht, sobald der Hammer gefallen ist. Vorher weißt du nicht, was ein Los am Ende bringt, danach steht die Zahl fest.

Nur im klassischen Galerie-Direktverkauf verschwindet der Preis regelmäßig hinter genau diesem Schild. Dafür gibt es legitime Gründe: Kommissionsware, Absprachen mit Künstlern, Diskretion gegenüber Sammlern. Aber eine Marktnotwendigkeit ist das Schild nicht, es ist eine Geschäftsmodell-Entscheidung. Und wer den Preis erst auf Nachfrage nennt, kann ihn an die Einschätzung des Fragenden anpassen. Ein Editionsverlag wie Griffelkunst muss diese Anpassung gar nicht erst versuchen: Er nennt allen Mitgliedern denselben Preis, lange bevor jemand fragt, statt einzelne Interessenten einzuschätzen.

Ob ein Blatt technisch überhaupt als Original zählt und nicht nur eine Reproduktion mit hohem Preisschild ist, lässt sich unabhängig vom Preis prüfen: an Auflage, Signatur und Druckplatte. Wie genau diese Prüfung funktioniert, erklärt originalgrafik erkennen im Detail.

Was innerhalb dieser drei Gebiete den Preis eines einzelnen Blattes tatsächlich bewegt, hat mit dem Gebiet selbst noch wenig zu tun. Originalgrafik-Preise hängen vor allem an der Technik.

Das Sortiment von Studio Sonsu zeigt die Spannbreite aus allen Techniksegmenten nebeneinander: vom Holzstich für 35 Euro bis zur großformatigen Radierung im vierstelligen Bereich.

Kostet eine Radierung mehr als ein Linolschnitt, nur weil es eine Radierung ist?

Techniken klingen nach Rangfolge. Eine Radierung fühlt sich allein vom Namen her aufwendiger an als ein Linolschnitt. Der Markt sieht das differenzierter: Die Technik allein entscheidet nicht automatisch über den Preis. Aber vier grobe Techniksegmente lassen sich trotzdem unterscheiden, wenn man viele Werke nebeneinander legt.

Bronwen Sleigh dreht das Speichenrad einer Ätzpresse für großformatige Radierungen
Der Pressdruck einer Ätzpresse braucht Zeit und Kraft. Beides schlägt sich im Preis nieder. Foto: Bronwen Sleigh Studio.

Relief-Drucke, also Linolschnitt und Holzschnitt, bei denen die erhaben stehen gebliebenen Teile des Druckstocks die Farbe tragen, liegen im zeitgenössischen Markt tendenziell am unteren Rand der üblichen Preisspanne. Ein Block, Farbe, eine Presse: Der Werkstattaufwand pro Blatt bleibt überschaubar, ganz gleich wie ausdrucksstark das fertige Motiv aussieht.

Die Lithografie sitzt preislich eher in der Mitte. Sie ist ein Flachdruckverfahren auf Kalkstein, das auf der Abstoßung von Fett und Wasser beruht, 1796 von Alois Senefelder in München entwickelt. Der Künstler zeichnet direkt auf den Stein oder eine beschichtete Platte, mit fettiger Kreide oder Tusche, und druckt daraus weiche Farbverläufe, die einem Linolschnitt fremd sind. Das verlangt mehr Vorbereitung als der Relief-Druck, kommt aber ohne die mehrfachen Säurebäder einer Radierung aus.

Tiefdruckverfahren wie die Radierung verlangen mehr Vorbereitung, mehrere Probedrucke und häufig größere Formate, und rutschen deshalb im Schnitt weiter nach oben. Bei der Radierung wird die Kupferplatte mit Ätzgrund bedeckt, die Zeichnung mit einer Nadel in den Grund geritzt und die Platte dann in Säure geätzt. Beim Druck selbst wird die geätzte Platte eingefärbt, die Farbe in die Vertiefungen gedrückt, und sie bleibt genau dort sitzen, bis die Presse sie unter hohem Druck auf das Papier überträgt.

Bronwen Sleigh färbt in der Werkstatt eine Kupferplatte mit Druckfarbe ein, Arbeit mit Handschuhen und Schürze
Einfärben der Kupferplatte: Farbe in die geätzten Vertiefungen drücken, bevor die Presse läuft.

Siebdruck bewegt sich je nach Farbanzahl irgendwo dazwischen bis an die obere Grenze. Jede Farbe ist ein eigener Druckdurchgang, und das schlägt sich im Preis nieder, nicht in der Technik als solcher.

Das Vermögensmagazin Fuchsbriefe nennt eine Spanne von 100 bis 2.500 Euro, in der Sammler bereits Originale renommierter Künstler finden. Die vier Techniksegmente bewegen sich zum großen Teil innerhalb dieses Bereichs, nur eben an unterschiedlichen Enden. Damit lässt sich ein grobes Druckgrafik-Preisband pro Technik zeichnen, ganz ohne Auskunftsschild davor: Relief-Drucke am unteren Rand, Lithografie und Siebdruck in der Mitte, Tiefdruck eher oben.

Das erklärt das Fenster, in dem sich ein Preis bewegt, aber noch nicht, was innerhalb dieses Fensters tatsächlich zuschlägt. Was ein einzelnes Blatt teurer macht als ein anderes, bis auf die einzelne Farbschicht heruntergebrochen, steht auf druckgrafik-preise-verstehen.

75 Prozent aller weltweiten Kunsttransaktionen liegen über alle Gattungen hinweg unter 5.000 US-Dollar, 95 Prozent unter 50.000 US-Dollar. Das untere Preissegment ist damit kein Randbereich des Kunstmarkts, es ist sein Volumengeschäft. Am unteren Ende dieser Spanne und darunter liegt das Einstiegssegment: Editionen ab 30 Euro bis etwa 300 Euro, wie sie auch das Sonsu-Sortiment führt, spielen in genau diesem Bereich.

Welches Werk gehört in welches Preisband?

Vier Preise nebeneinander machen die Marktarchitektur konkret.

Richard Studer, Smelly Cat, Holzstich, 20 mal 20 cm, schwarz-weiße Katzendarstellung.
Richard Studer, Smelly Cat, Holzstich, 20x20 cm, 35 Euro. Der Einstiegspreis im Sortiment.

Richard Studers Holzstich "Smelly Cat" (20 x 20 cm) kostet 35 Euro. Ein kleines Format, ein Relief-Druck, geringer Werkstattaufwand. Im Editionsmarkt-Vergleich liegt das nah an dem, was ein einzelnes zusätzliches Griffelkunst-Wahlblatt kostet, nur ohne Mitgliedschaft davor. Für den Schritt vom Poster zum ersten Original ist so ein Blatt der übliche Anfang. Werke bis 150 Euro zeigen, wie breit dieser Einstiegsbereich im Sortiment gefüllt ist.

Richenda Courts Linolschnitt "Shilo" (A3, Auflage 20) kostet 200 Euro. Das Format springt gegenüber dem Holzstich auf mehr als das Vierfache, von 20 x 20 auf A3, bei einer auf 20 Exemplare begrenzten Auflage. Auf dem Blatt löst sich ein Kindergesicht neben einem goldenen Spielzeugpferd in Schattenlinien auf, ein Relief-Verfahren mit einem einzigen Farbdurchgang, aber mit spürbar mehr Fläche und Aufwand pro Abzug als beim 35-Euro-Holzstich.

Siebdruck heißt: Jede Farbe verlangt einen eigenen vollständigen Druckdurchgang. Antonia Reber reduziert ihre Serie "Echo Surfaces" bewusst auf Schwarz-Weiß, ihr Blatt "Echo Surfaces 6" (A2) kostet 300 Euro; hier tragen das größere Format und der Durchdruck-Aufwand den Preis. Dazu kommt ein steuerlicher Unterschied, den kein Blick auf das fertige Blatt verrät. Siebdruck unterliegt dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, während Radierung, Linolschnitt, Lithografie und Holzschnitt zum ermäßigten Satz von 7 Prozent laufen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt dieser ermäßigte Satz für Kunstgegenstände wieder, nachdem er zwischen 2014 und 2024 ausgesetzt war. Zwei Werke, ähnliches Format, unterschiedliche Steuerlast, allein wegen der Technik. Werke bis 400 Euro versammeln genau diese Preislage aus mehreren Techniken.

Antonia Reber, Echo Surfaces 6, Siebdruck in Schwarz-Weiß, Straßenszene mit Fachwerkfassade.
Antonia Reber, Echo Surfaces 6, Siebdruck, A2, 300 Euro. 19 Prozent Mehrwertsteuer statt 7 Prozent.

Zwischen 300 und 600 Euro wächst vor allem das Format, während die Auflage tendenziell eher kleiner ausfällt statt größer, zwei Stellschrauben, die sich gegenseitig ausgleichen. Werke bis 600 Euro zeigen dieses Übergangsfeld aus mehreren Techniken, bevor das Sortiment in größere Formate wechselt.

Bronwen Sleighs Radierung "Kiyembe Lane" (90 x 90 cm) kostet 925 Euro. Format und Werkstattaufwand kommen hier zusammen: eine großflächige Tiefdruckarbeit, bei der jeder einzelne Abzug durch die Presse läuft und entsprechend Zeit kostet. Das Blatt selbst bleibt ein Gegenstand aus Papier und Druckfarbe, Gewicht in der Hand. Aus der Nähe zeigt das Blatt immer mehr Details der ostafrikanischen Stadtbebauung, die Sleigh in die Platte geätzt hat: Detaildichte, die beim Ätzen der Platte Werkstattzeit gekostet hat und in keiner Preistabelle auftaucht.

Bronwen Sleigh, Kiyembe Lane, großformatige Radierung, ostafrikanische Stadtbebauung.
Bronwen Sleigh, Kiyembe Lane, Radierung, 90x90 cm, 925 Euro. Format und Werkstattaufwand kommen hier zusammen.

Diese vier Zahlen beantworten die Frage "Was kostet Originalgrafik?" für ein konkretes Sortiment sehr genau: von 35 bis 925 Euro, offen ausgezeichnet, je nach Format, Auflage, Technikaufwand und Mehrwertsteuersatz, nie ein einzelner Faktor allein. Nach oben ist das nicht das Ende: Die großformatigen "Glass Town"-Blätter von Richenda Court, die teuersten Arbeiten im Sortiment, liegen bei 2.200 Euro. Alle diese Preise gelten für den Direktkauf. Wechselt ein Blatt stattdessen über eine Auktion den Besitzer, sieht die Rechnung anders aus.

Ist der angezeigte Preis wirklich der Endpreis?

Ein Preis auf dem Etikett wirkt endgültig. Ob er das wirklich ist, hängt vom Markt ab, in dem du gerade stehst. Nicht überall ist die angezeigte Zahl auch die Rechnung, die am Ende bezahlt wird. Bei einer Auktion zum Beispiel ist der Zuschlagspreis nur die halbe Rechnung.

Das Auktionshaus Grisebach schreibt sein Aufgeld in den eigenen Versteigerungsbedingungen unumwunden aus: 34 Prozent auf den Zuschlagspreis, gestaffelt auf 29 Prozent für den Anteil über einer Million Euro und 22 Prozent für den Anteil über vier Millionen Euro. Auf ein Blatt, das für 500 Euro zugeschlagen wird, kommen beim Eingangssatz von 34 Prozent real 170 Euro Aufgeld obendrauf. Das ist schlicht Marktmechanik, kein Vorwurf an Grisebach: Der Zuschlagspreis bei einer Auktion ist erst der Anfang der Rechnung.

Dazu kommt bei einem Weiterverkauf durch Galerien oder Auktionshäuser das gesetzliche Folgerecht nach § 26 UrhG. Es sichert Künstlerinnen und Künstlern eine gestaffelte Beteiligung am Verkaufserlös: 4 Prozent für den Teil des Verkaufserlöses bis 50.000 Euro, danach fallende Prozentsätze bis hinunter zu 0,25 Prozent bei sehr hohen Beträgen. Unterhalb eines Nettoerlöses von 400 Euro entsteht gar keine Folgerecht-Pflicht. Das Folgerecht betrifft den Weiterverkauf, nicht den Erstverkauf durch einen Editionsverlag wie Griffelkunst oder eine Galerie wie Studio Sonsu. Aber es zeigt: Selbst der gesetzlich erzwungene Anteil der Künstlerin folgt einer öffentlich einsehbaren Staffel, nicht einer Verhandlung im Einzelfall.

Im direkten Sortimentskauf bei Studio Sonsu bleibt es dagegen bei einer Zahl. Der angezeigte Preis enthält die Mehrwertsteuer und ist der Endpreis, kein Aufgeld kommt später dazu. Kauft jemand ein Werk beruflich und bleibt dabei unter der Netto-Grenze von 800 Euro, zählt der Betrag unter bestimmten Voraussetzungen sofort als Betriebsausgabe, statt über mehrere Jahre abgeschrieben zu werden. Versand läuft separat per DHL in einer Planversandbox mit Graukarton, Rahmung als Zusatzoption beim Bestellvorgang; Details dazu, von Lieferzeit bis Widerrufsrecht, stehen auf kunst online kaufen.

Die Bleistiftzeile unter dem Motiv verrät die Herkunft eines Blattes, nicht seinen Preis: wie viele Exemplare von diesem Motiv existieren und als welches von ihnen dieses hier zählt. Wie sich Signatur und Nummerierung im Detail lesen lassen, lohnt einen eigenen Blick.

Damit ist die Landkarte komplett, vom Schild in der Galerie bis zur Gesetzesstaffel im Hintergrund, wobei sich die Preisfrage von Technik zu Technik noch einmal anders stellt, bei einer Radierung anders als bei einem Siebdruck oder Linolschnitt. Nur eine Frage bleibt: was du mit diesem Wissen anfängst, wenn du selbst vor einem Werk stehst.

Das Schild mit "Preis auf Anfrage" hängt heute noch in vielen Galerien. Wer aber vor einem Werk bei Studio Sonsu steht, vor einem Griffelkunst-Wahlblatt oder vor der Jahresgabe des Kunstvereins Singen, sieht die Zahl schon, bevor er überhaupt fragen müsste. Nicht weil das eine Modell moralisch besser wäre als das andere, sondern weil hier jemand die Entscheidung getroffen hat, den Preis vorher hinzuschreiben statt ihn erst auf Nachfrage zu nennen.

Was kostet eine Originalgrafik bei Studio Sonsu?

Im Sortiment von Studio Sonsu liegen die Preise zwischen 30 und 2.200 Euro, das dichteste Preisband zwischen 200 und 500 Euro. Ein kleiner Holzstich wie "Smelly Cat" von Richard Studer kostet 35 Euro, eine großformatige Radierung wie "Kiyembe Lane" von Bronwen Sleigh 925 Euro. Der angezeigte Preis ist in jedem Fall der Endpreis inklusive Mehrwertsteuer.

Was ist der Unterschied zwischen einem Editionsverlag wie Griffelkunst und einer Galerie?

Ein Editionsverlag verkauft an eine feste Mitgliedschaft, zu vorher bekannten Preisen, mit Auflagen, die sich aus der Zahl der Bestellungen ergeben. Eine Galerie verkauft einzelne Werke an einzelne Käuferinnen und Käufer und kann den Preis dabei frei nennen, oder eben erst auf Nachfrage. Beide Modelle sind legitim, sie beantworten nur unterschiedliche Fragen: Mitgliedschaft gegen Einzelentscheidung.

Warum zahle ich bei einem Siebdruck 19 Prozent Mehrwertsteuer, bei einer Radierung nur 7 Prozent?

Radierung, Linolschnitt, Lithografie und Holzschnitt gelten steuerlich als Kunstgegenstände im ermäßigten Sinn und unterliegen dem Satz von 7 Prozent. Siebdruck und Risograph, ein schablonenbasiertes Durchdruckverfahren ähnlich dem Siebdruck, fallen unter den vollen Satz von 19 Prozent. Der Grund liegt in der steuerlichen Einordnung des Verfahrens, nicht in der künstlerischen Qualität.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Kunstwerk steuerlich als Betriebsausgabe?

Bis 800 Euro netto lässt sich ein Werk unter bestimmten Voraussetzungen im Kaufjahr vollständig absetzen; darüber wird es über mehrere Jahre abgeschrieben. Was genau zur beruflichen Nutzung zählt und wie die steuerliche Einordnung des Werks im Einzelfall aussieht, ist Detailfrage der eigenen Steuerberatung.

Was ist das Folgerecht, und betrifft es mich beim Kauf?

Das Folgerecht sichert Künstlerinnen und Künstlern einen Anteil am Erlös, wenn ihr Werk später über eine Galerie oder ein Auktionshaus weiterverkauft wird, gestaffelt beginnend bei 4 Prozent bis 50.000 Euro Verkaufserlös. Es greift erst ab einem Nettoerlös von 400 Euro und betrifft ausschließlich den Weiterverkauf, nicht den Erstkauf bei einer Galerie oder einem Editionsverlag.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Über uns und FAQ (Editionsverlag-Modell, Mitgliederzahl, Jahresbeitrag), Stand 2026
  • Kunstverein Singen, Jahresgabe 2025 (Felix Droese), Stand 2026
  • The Art Newspaper / Art Basel & UBS Art Market Report, "End of Investment Art: Why the Bottom of the Market is Flourishing", 2025
  • Fuchsbriefe, Vermögensmagazin: "Druckgrafik, vielfach unterschätzt"
  • Grisebach, Versteigerungsbedingungen (Aufgeld-Staffel), Stand 2026
  • Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 18. Dezember 2025 zur Umsatzsteuer auf Kunstgegenstände; Urheberrechtsgesetz § 26 (Folgerecht); Einkommensteuergesetz § 6 Abs. 2 (GWG-Grenze)

Studio Sonsu ist eine Galerie für Original-Druckgrafik in Hannover-Linden. Jedes Werk im Sortiment ist direkt mit der Künstlerin oder dem Künstler abgestimmt, mit sichtbarem Preis daneben, kein Schild mit "Preis auf Anfrage".

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