Istituto Centrale per la Grafica Rom

Das Istituto Centrale per la Grafica ist das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium, untergebracht im Gebäudekomplex hinter dem Trevi-Brunnen in Rom. Zu ihm gehören fast 24.000 gravierte Druckplatten aus Kupfer, Zink, Blei, Stahl, Messing, Holz, Linoleum und Karton, dazu Zeichnungen, Drucke und eine eigene Druckwerkstatt. Von den historischen Platten selbst wird für den Verkauf seit Jahrzehnten nicht mehr gedruckt.

Am Trevi-Brunnen ist immer Betrieb. Die Leute stellen sich mit dem Rücken zum Wasser, werfen eine Münze über die linke Schulter, drehen sich für das Foto wieder um und sind zwei Minuten später weg. Das Wasser ist laut, und es ist ununterbrochen laut. Die Palastfassade, vor der das alles passiert, gehört zum Palazzo Poli und steht auf fast jedem dieser Fotos mit drauf, meistens ungewollt. Im Haus daneben, im Palazzo della Calcografia, ist seit 1872 im Erdgeschoss eine Druckwerkstatt untergebracht, deren ursprüngliche Hauptaufgabe darin bestand, die Matrizen der Sammlung zu drucken, damit die Abzüge verkauft werden konnten.

In den Sammlungen dieses Hauses liegen fast 24.000 gravierte Druckplatten, davon 1191 von Giovanni Battista Piranesi. Luftlinie sind das ein paar Schritte vom Beckenrand. Wer davon erfährt, denkt sofort weiter: Warum bekommt man dort keinen Abzug von einer Piranesi-Platte, und was hält man stattdessen in der Hand? Die Antwort darauf braucht drei Zeitpunkte.

Was ist das Istituto Centrale per la Grafica heute?

Das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium sitzt in Rom, im monumentalen Komplex aus Palazzo Poli und dem angrenzenden Palazzo della Calcografia am Trevi-Brunnen. Seinen heutigen Namen, Istituto Centrale per la Grafica, trägt es erst seit dem 10. Dezember 2014; Rechtsgrundlage ist das DPCM vom 29. August 2014, Nr. 171, Art. 30. Davor hieß das Haus seit 1975 Istituto Nazionale per la Grafica und war aus der Fusion zweier Einrichtungen hervorgegangen: der Calcografia Nazionale aus päpstlichem Erbe und des Gabinetto Nazionale delle Stampe. Die ältere der beiden Wurzeln reicht bis 1738 zurück, als Papst Clemens XII. Corsini den Matrizenbestand der Stamperia De Rossi an der Piazza Navona aufkaufte. Aus diesem Ankauf ist über knapp drei Jahrhunderte ein Bestand von fast 24.000 Matrizen geworden.

Das Gebäude, in dem der Plattenbestand liegt, wurde von Giuseppe Valadier gebaut, ausdrücklich für die Calcografia der päpstlichen Kammer. Der Namenswechsel von 2014 hat die beiden Vorgeschichten nicht aufgelöst, und deshalb stolpert man in Katalogen, Museumsetiketten und älteren Texten weiter über "Calcografia Nazionale" und "Gabinetto Nazionale delle Stampe". Beide Bezeichnungen sind nicht falsch, sie meinen nur jeweils eine Hälfte.

Woher kommen die fast 24.000 Platten?

Die beiden fusionierten Einrichtungen sammelten unterschiedliche Dinge. Das Gabinetto Nazionale delle Stampe war eine Papiersammlung: rund 25.000 Zeichnungen und knapp 114.000 Drucke. Die Calcografia war dagegen vor allem eine Objektsammlung, die die Werkzeuge selbst verwahrte, also die gravierten Platten, dazu rund 2.800 Zeichnungen und etwa 45.000 Drucke. Wer im Netz nach Bestandszahlen sucht, findet deshalb je nach Quelle mal knapp 24.000, mal deutlich über 150.000. Beides stimmt. Die eine Zahl zählt Matrizen, die andere Blätter.

Bei den Kupferplatten ist ein Teil geätzt, also Radierung, ein anderer mit dem Grabstichel geschnitten, also Kupferstich. Dazwischen liegt, was drei Jahrhunderte römischer Werkstattpraxis an ihnen hergeben.

Radierung von Giovanni Battista Piranesi mit Blick auf den Trevi-Brunnen: links die Palastfassade des Palazzo Poli mit Kolossalordnung und Figurenbekrönung, davor die Felsformation mit Meergott und Rossen, auf dem Platz Kutschen und Fasskarren
Giovanni Battista Piranesi, Veduta della vasta Fontana di Trevi anticamente detta l'Acqua Vergine. Radierung. Public Domain (Wikimedia Commons).

Gewachsen ist die Sammlung durch große Künstlerbestände, die nach und nach dazukamen: Giovanni Volpato, Antonio Canova, Vincenzo Camuccini und schließlich die Familie Piranesi. Der Piranesi-Bestand kam 1839 nach Rom, als Papst Gregor XVI. die Platten für die Camera Apostolica erwarb. Von den 1191 Kupferplatten Giovanni Battista Piranesis gehören 16 zu den Carceri d'Invenzione, einzeln katalogisiert mit den fortlaufenden Inventarnummern M-1400_349 bis M-1400_364. In dieselbe Sammlung gehört der vollständige Plattenbestand von Giorgio Morandi, 133 Matrizen aus Kupfer und Zink.

Piranesi hat den Palast gestochen, in dem das Institut heute sitzt. Seine Radierung führt den Brunnen im Titel noch unter dem älteren Namen: "Veduta della vasta Fontana di Trevi anticamente detta l'Acqua Vergine", also die weite Fontana di Trevi, vormals Acqua Vergine genannt. Auf dem Blatt steigt links die Palastfassade mit Kolossalordnung, Balkonen und Figurenbekrönung über die volle Bildhöhe, und aus ihrer Mitte bricht die Felsformation mit dem Meergott hervor. Dieser Palast ist der Palazzo Poli. Unten am Beckenrand stehen Fasskarren, auf dem Platz Kutschen und Passanten in Reifrock und Dreispitz. Die Münzen kamen später.

Eine Kupferplatte hält allerdings nicht ewig. Jeder Durchgang durch die Presse kostet sie etwas.

Wie hielt man die Kupferplatten druckfähig?

Beim Tiefdruck liegt die Zeichnung unter der Oberfläche. Die Farbe sitzt in den geätzten oder gestochenen Vertiefungen, das Papier wird mit hohem Druck in diese Vertiefungen gepresst, und genau dabei arbeitet die Presse gegen das weiche Kupfer. Feine Linien flachen ab. Bei der Kaltnadel geht es am schnellsten, weil dort der aufgeworfene Grat die Farbe hält, aber selbst fragil ist und unter der Presse als Erstes abgetragen wird: Ohne Schutzschicht bleiben oft nur 15 bis 30 wirklich gute Abzüge.

Blatt XII der Carceri d'Invenzione von Giovanni Battista Piranesi: gewölbter Kerkerraum mit nach hinten gestaffelten Tonnen, kreuzenden Balken und Leitern, quer hängenden Seilen und Ketten, unten rechts ein bockartiges Holzgestell
Giovanni Battista Piranesi, Le Carceri d'Invenzione, Blatt XII ("Il cavalletto"). Radierung. Public Domain (Wikimedia Commons).

Das Verfahren dagegen heißt acciaiatura, auf Deutsch Stahlfacierung oder Verstahlung: eine harte Schutzschicht über der gestochenen Linie, die die Platte für lange Auflagen widerstandsfähiger macht. Angewendet wurde sie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, und man hat ihre Wirkung kontrolliert: In den Jahren 1859 bis 1861 zog die Werkstatt Vergleichsdrucke, um den Zustand der jeweiligen Matrize vor und nach dem Eingriff zu dokumentieren. 1891 wurde daraus eine eigene Abteilung, das Gabinetto per l'acciaiatura, das noch 1923 in Betrieb war. Ein Staatsbetrieb, der eine Werkstatt nur dafür einrichtet, dass Platten länger halten: Das sagt einiges darüber, wie viel damals von ihnen gedruckt wurde.

Wie nah das an Piranesi herankommt, steht im digitalen Katalog des Hauses. Bei zwei der sechzehn Carceri-Matrizen trägt der Eintrag den Zusatz "matrice acciaiata", also stahlfaciert.

Auf dem zwölften Blatt der Carceri, dem "Cavalletto", staffeln sich Tonnengewölbe nach hinten, Leitern und Balken kreuzen sich, quer durch den Raum hängen Seile und Ketten. Oben rechts steht die Plattennummer XII, unten am Sockel eine Reihe schwerer Ringe. Wenn feine Linien als Erstes flach werden, dann trifft es auf so einem Blatt die Gewölbe zuerst: Dort sitzt die Kreuzschraffur am dichtesten, im Vordergrund bleibt der Strich offen.

Dieser Verschleiß ist kein reines Archivproblem. Er ist der Grund, warum bei einer Radierung überhaupt eine Auflagenhöhe auf dem Blatt steht. Die Platte gibt her, was sie hergibt, und danach wird nicht nachgedruckt.

Rund siebzig Jahre nach der Gründung des Gabinetto per l'acciaiatura setzt eine neue Kampagne an demselben Problem an. In den Jahren 1958 bis 1960 lief die umfangreichste Anwendung der Verchromung, durchgeführt vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato, also von der italienischen Staatsdruckerei und Münzprägeanstalt. Statt Eisen kam jetzt Chrom auf die Platten, dokumentiert an Matrizen aus dem Volpato-Bestand. Das Prinzip ist dasselbe wie hundert Jahre zuvor: ein härteres Metall über das weiche, damit die Presse nicht an die Zeichnung kommt.

Beide Verfahren schützten die Zeichnung. Sie beantworteten aber nicht die Frage, ob man mit einer dreihundert Jahre alten Platte überhaupt weiter produzieren sollte.

Was beendete die Auflagen von den Originalplatten?

Ab den 1970er-Jahren gelten die historischen Matrizen nicht länger als schlichte Werkzeuge zur Herstellung von Drucken, sondern als Kulturgüter im vollen Sinn, als "beni culturali". Die Auflagen von den Matrizen selbst wurden reduziert, bis auf null.

Ein Jahrzehnt, kein Stichtag. Die Institutsquelle nennt kein Dekret und keinen Direktorenwechsel, und eine genauere Jahreszahl lässt sich mit ihr nicht belegen.

Was änderte sich 1995 im Labor?

Galvanische Kopien lagen 1995 längst im Bestand. Den ersten Kern bilden neunzehn Repliken einer von Giuseppe Marcucci gestochenen Matrize mit dem Porträt Pius' IX., die bereits 1861 im Katalog der Calcografia standen; ein zweiter Kern wurde zwischen 1887 und 1888 angekauft, vier Gegenformen und acht Repliken zu vier Originalmatrizen.

Das Laboratorio Diagnostico per le Matrici schlug 1995 vor, gießbare Silikonkautschuke zu verwenden, als Alternative zum mechanischen Abformen der Originale. Das klingt nach einer Materialfrage, ist aber der Kern der Sache: Silikon nimmt die Form ohne mechanischen Druck ab, die Platte muss also nicht gepresst werden, um eine Kopie herzugeben. Die Quelle selbst nennt 1995 den Beginn dessen, was das letzte Kapitel der Geschichte werden könnte.

Galvanoplastik heißt: ein Metall elektrochemisch auf einer Form abscheiden, deren Innenfläche als Kathode dient. Die physikalische Grundlage liegt weit vor der römischen Anwendung: Anfang der 1830er-Jahre formulierte Michael Faraday die Gesetze, nach denen sich Metalle durch Elektrolyse abscheiden. Der Rest ist Elektrochemie. Aus der Silikonform entsteht in Zusammenarbeit mit dem Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato ein neues Negativ aus Epoxidharz, das sich leicht metallisieren lässt. Per Elektroformung wächst darauf ein Positiv aus Kupfer, und aus dem entsteht im galvanischen Bad die endgültige Replik in Nickel.

Ein fertiges Ergebnis dieser Kette trägt einen Namen. Die galvanische Replik des "Ercole" von Giorgio Ghisi entstand im Auftrag des Instituts bei der Staatsdruckerei, und der Ausstellungstext vom Februar 2001 beschreibt sie als gerade eben fertiggestellt.

Ob so eine Kopie taugt, entscheidet sich nicht am Verfahren. Es entscheidet sich am gedruckten Blatt.

Was kauft man heute, wenn man einen Abzug "aus der Calcografia" bekommt?

Die Institutsseite, abgerufen im Archivstand von 2026, schreibt, seit rund zwanzig Jahren produziere die Stamperia weiterhin Drucke für den Verkauf, hergestellt allerdings von Matrizen, die auf galvanischem Weg dupliziert wurden. Das sind drei getrennte Zeitpunkte, keiner davon deckt die anderen ab: In den 1970er-Jahren enden die Auflagen von den Originalen, 1995 beginnt die Versuchsreihe, und der Verkauf aus Repliken läuft seit ungefähr zwei Jahrzehnten.

Die Werkstatt trennt das heute in ihrer eigenen Aufgabenliste. Ein Punkt lautet "Druck von historischen Matrizen der Sammlungen des Instituts zu Ausstellungs- oder Dokumentationszwecken" ("Stampa da matrici storiche delle collezioni dell'Istituto per finalità espositive o di documentazione"). Ein anderer lautet "Druck von galvanischen Repliken der historischen Kupferplatten zu Vermittlungs- und Verkaufszwecken" ("Stampa da repliche galvaniche dei rami storici per finalità di divulgazione e vendita"). Dieselbe Presse, dieselben Leute, zwei sauber getrennte Zwecke.

Radierung Fatamorgana v11 von Kjell Bendiksen, ein Gesicht aus rostroten Höhenlinien auf gelbem Punktraster
Kjell Bendiksen, Fatamorgana v11, Radierung. Gesicht flimmert aus topografischen Höhenlinien auf gelbem Punktraster, halb da, halb Truggebilde.

Wie nah kommt die Replik an das Original? Die Institutsquelle antwortet erstaunlich unmarketinghaft, obwohl das Haus die Blätter aus diesen Repliken selbst verkauft. Sie stellt eine bemerkenswerte Übereinstimmung des Gravierten fest, bis in die Eigenheiten der Ausführungstechnik hinein, vermerkt aber zugleich einen leichten Unterschied zwischen der Oberflächenqualität des Trägermetalls der Originalmatrize und der des galvanischen Nachbaus. Diesen Unterschied nennt sie physiologisch für das elektrolytische Verfahren und hält fest, dass er das Druckergebnis der galvanischen Replik nicht beeinflusst hat. Beide Hälften gehören zusammen. Wer nur die erste zitiert, macht aus einer sorgfältigen Aussage eine Werbeaussage.

Ein Druck ist ohnehin immer der Abzug von etwas anderem. Die Frage ist nur, wie viele Stationen zwischen der Hand und dem Blatt liegen. Bei einer Radierung, die heute entsteht, gehören Platte, Auflage und Abzug in dieselbe Gegenwart, und eine Replik-Frage stellt sich gar nicht erst, weil es keinen Verschleiß aus Jahrhunderten zu überbrücken gibt. Kjell Bendiksens Radierung "Fatamorgana v11" lässt ein Gesicht aus topografischen Höhenlinien auf gelbem Punktraster aufflimmern, halb da, halb Truggebilde, und das Blatt kommt von der Platte, an der dieses Gesicht entstanden ist.

Bei einem Abzug aus der Calcografia liegt eine zusätzliche Station im Metall. Wer dort heute ein Blatt kauft, kauft den Druck einer Kopie.

Im Depot liegen Piranesis Platten deswegen nicht still.

Was hat das mit Radierung heute zu tun?

Der Auftrag des Hauses ist ausdrücklich doppelt formuliert. Das Istituto Centrale per la Grafica soll neben der Pflicht zur Bewahrung und Erschließung des großen Bestands an alten Matrizen und Drucken auch Forschung und Experiment in der zeitgenössischen Druckgrafik unterstützen. Die Stamperia führt das als eigenen Punkt: technisch-operative Unterstützung für zeitgenössische Radiererinnen und Radierer.

Die Bewahrung ist dabei kein abgeschlossener Vorgang. Im Progetto Piranesi wird der Plattenbestand restauriert und wissenschaftlich untersucht; im ersten Baulos waren es 168 Matrizen, deren Ergebnisse anschließend publiziert wurden.

Radierung The British Industrial Estate von Jemma Gunning, verstellte Bretterltür mit Diagonalstreben, davor Schuttberge, Graffiti an den Ziegelwänden
Jemma Gunning, The British Industrial Estate, Radierung. Verstellte Tür, Schuttberge, Graffiti: Bestandsaufnahme ohne Nostalgie-Filter.

Piranesis Veduta hält den Trevi-Platz mit seinen Fasskarren und Kutschen fest, den Zustand eines Ortes an einem Tag. Jemma Gunnings Radierung "The British Industrial Estate" nimmt einen anderen Ort genauso auf: eine verstellte Tür, davor Schuttberge, an den Wänden Graffiti, eine Bestandsaufnahme ohne Nostalgie-Filter.

Kaltnadel Ape Skull von Samuel Riddy, frontaler Primatenschädel mit aufgerissenem Maul aus nervösen Kritzellinien
Samuel Riddy, Ape Skull, Kaltnadel. Gefletschter Primatenschädel aus nervösen Kritzellinien, Vanitas mit Wucht.

Bei der Kaltnadel fällt diese Rechnung besonders knapp aus. Samuel Riddys "Ape Skull", ein gefletschter Primatenschädel aus nervösen Kritzellinien, Vanitas mit Wucht, ist in genau dieser Technik entstanden, und der aufgeworfene Grat gibt solchen Linien ihre samtige Unschärfe. Was in Rom als Konservierungsfrage verhandelt wurde, ist hier die Frage, wie hoch eine Auflage überhaupt angesetzt werden kann.

Vor dem Brunnen wird weiter fotografiert. Am Beckenrand steht kein Schild, das auf 1191 Piranesi-Platten hinter der Fassade hinweist. Was das Progetto Piranesi am Ende über den Bestand herausfindet, steht noch nicht fest. Das erste Baulos umfasste 168 Matrizen; der Bestand ist damit nicht durch.

Häufige Fragen

Was ist das Istituto Centrale per la Grafica?

Es ist das staatliche Zentralinstitut für Grafik unter dem italienischen Kulturministerium in Rom, hinter dem Trevi-Brunnen im Komplex aus Palazzo Poli und Palazzo della Calcografia. Das Institut entstand 1975 aus der Fusion der Calcografia Nazionale und des Gabinetto Nazionale delle Stampe und trägt seinen heutigen Namen seit Dezember 2014. Zum Bestand gehören fast 24.000 Druckmatrizen sowie Zehntausende Zeichnungen und Drucke.

Was ist der Unterschied zwischen Calcografia Nazionale und Istituto Centrale per la Grafica?

Die Calcografia Nazionale ist die ältere, aus päpstlichem Besitz stammende Hälfte des heutigen Instituts, gegründet 1738 mit dem Ankauf der Matrizen der Stamperia De Rossi. Seit 1975 bildet sie zusammen mit dem Gabinetto Nazionale delle Stampe eine einzige Einrichtung. Der Name Calcografia Nazionale steht deshalb bis heute in vielen Katalogen, meint aber nur einen Teil des Hauses.

Kann man einen Abzug von Piranesis Originalplatten kaufen?

Nein. Das Istituto Centrale per la Grafica in Rom hat die Auflagen von den historischen Matrizen seit den 1970er-Jahren schrittweise bis auf null reduziert; die Werkstatt druckt davon heute vor allem für Ausstellungen und Dokumentation. Die verkäuflichen Abzüge entstehen seit etwa zwanzig Jahren von galvanischen Repliken der historischen Kupferplatten. Gedruckt wird also weiterhin von einer Metallplatte im Tiefdruck, nur eben nicht von der Platte, die Piranesi in der Hand hatte.

Wie viele Kupferplatten von Piranesi liegen in Rom?

1191 Kupfermatrizen umfasst der Piranesi-Bestand des Instituts. Davon gehören 16 einzeln katalogisierte Platten zu den Carceri d'Invenzione, bei zweien davon (Katalogeinträge 349 und 354) vermerkt der Katalog eine Stahlfacierung. Im Rahmen des Progetto Piranesi werden die Platten restauriert und untersucht; im ersten Baulos waren es 168 Stück.

Ist eine galvanische Replik dasselbe wie ein Nachdruck?

Sie ist eine Kopie der Druckplatte, kein fotografischer Nachdruck des Bildes. Aus einer Silikonabformung der Originalplatte entsteht über eine metallisierte Epoxidharzform und ein Kupferpositiv im galvanischen Bad eine Nickelmatrize, von der wie von jeder Tiefdruckplatte gedruckt wird. Das Institut selbst vermerkt einen leichten Unterschied in der Oberflächenqualität des Trägermetalls, hält aber fest, dass er sich im Druckbild nicht ausgewirkt hat.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Istituto Centrale per la Grafica, Rom, Die Stamperia des Instituts (Archivfassung 2026, Aufgabenliste der Werkstatt, Zeitangaben zu Auflagen und Verkaufsdrucken)
  • Istituto Nazionale per la Grafica, Rom, Matrici in rame. Ausstellung zur Konservierung der Kupfermatrizen (Februar 2001, Stahlfacierung, Verchromung, galvanische Repliken des 19. Jahrhunderts und die Replik von 1995 ff.)
  • Istituto Centrale per la Grafica, Rom, Calcografica, digitaler Katalog der Matrizensammlung (Bestandszahlen, Einzelkatalogisierung der Carceri-Platten mit Stahlfacierungs-Vermerken)
  • Glossario delle tecniche di incisione e calcografia, Eintrag acciaiatura (galvanisch aufgebrachte Eisenschicht auf gestochenen Kupferplatten)
  • Art Bonus, Progetto Piranesi, Restaurierung und Studium des Piranesi-Plattenbestands (erstes Baulos mit 168 Matrizen)
  • Enciclopedia Italiana, Eintrag Galvanoplastica (Definition des elektrolytischen Reproduktionsverfahrens)

Studio Sonsu ist eine Galerie für zeitgenössische Druckgrafik in Hannover. Jedes Werk kommt direkt von den Künstlern. Ausgewählt, nicht eingekauft.

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