Druckgrafik
Druckgrafik ist Kunst, die über einen Druckstock entsteht: eine Platte aus Metall, ein Block aus Holz, ein Stein, ein Sieb. Der Künstler bearbeitet diesen Druckstock von Hand, trägt Farbe auf und überträgt das Motiv auf Papier. Jeder Abzug wird einzeln gedruckt, in Bleistift signiert und nummeriert. Was die Bleistift-Signatur konkret aussagt und wann sie auf dem Markt zählt, erklärt die Seite zu signiert vs. unsigniert. Wie alle Autorisierungsschichten am Blattrand zu lesen sind, steht auf Signatur und Nummerierung. Die Auflagen sind limitiert.
Das Prinzip ist seit dem 15. Jahrhundert im Kern gleich geblieben. Die Verfahren nicht. Heute arbeiten zeitgenössische Künstler mit Radierung, Linolschnitt, Lithografie, Holzschnitt, Siebdruck und zahlreichen Mischformen.
Was sind Druckgrafiken?
Entscheidend ist eine Unterscheidung, die der Markt gern verwischt: Original versus Reproduktion. Ein industrieller Kunstdruck reproduziert ein bestehendes Bild in unbegrenzter Stückzahl. Bei einem Originaldruck hat der Künstler das Motiv direkt im Druckstock angelegt. Er hat die Linien selbst geritzt, geschnitten oder gezeichnet. Der Unterschied ist nicht akademisch: er zeigt sich im fertigen Blatt. Wer ein Original in der Hand hält, sieht die Struktur der Druckfarbe, spürt die Prägung im Papier, erkennt die minimalen Abweichungen zwischen den Abzügen. Mehr zur Abgrenzung: Original vs. Kunstdruck. Noch nicht sicher was das Wort "Druck" bedeutet? Drucke & Originale verstehen erklärt die vier Bedeutungsebenen. Dürers Melencolia I (1514) ist ein Original in genau diesem Sinn: Der Kupferstich selbst ist das Werk, nicht die Reproduktion eines Gemäldes.
Welche Drucktechniken gibt es?
Die folgende Drucktechnikenübersicht sortiert alle Verfahren nach einer einzigen Frage: Wo sitzt die Farbe auf dem Druckstock? Die Antwort teilt die gesamte Druckgrafik in vier Gruppen. Wer einzelne Fachbegriffe nachschlagen will, findet sie im Glossar der Druckgrafik. Wer den direkten Vergleich zwischen den zwei gegensätzlichsten Verfahren sucht, findet ihn unter Hochdruck vs. Tiefdruck. Den Vergleich aller vier Grundklassen bietet Die vier Druckprinzipien.
Tiefdruck: Die Farbe sitzt in den Vertiefungen
Die Metallplatte wird geritzt, geätzt oder geschnitten. Farbe wird in die entstandenen Vertiefungen gedrückt, die Oberfläche sauber gewischt. Unter enormem Druck presst eine Presse das feuchte Büttenpapier in die Rillen und zieht die Farbe heraus. Spezielle Kupferdruckpapiere, oft aus 100 Prozent Baumwollfaser, sind so weichgemacht, dass sie unter dem Pressdruck nachgeben ohne zu reißen; eine Übersicht aller Papiere für Druckgrafik sortiert die Sorten nach Verfahren und Faserquelle.
Radierung arbeitet mit einer Kupfer- oder Zinkplatte. Der Künstler ritzt durch einen säurefesten Grund, die Säure vertieft die Linien. Was dabei entsteht, sind feinste Zeichnungen auf schwerem Papier, mit einem charakteristischen Plattenrand, der den Abzug sofort als Tiefdruck erkennbar macht. Rembrandt hat die Möglichkeiten der Radierung in der Kunstgeschichte am weitesten ausgelotet.
Vernis mou (Weichgrundätzung) arbeitet mit einem weichen, fetthaltigen Ätzgrund. Das Papier zwischen Stift und Platte überträgt seine Textur in den Druck, der aussieht wie eine Bleistiftzeichnung.
Kaltnadelradierung kommt ohne Säure aus. Die Nadel ritzt direkt ins blanke Metall. An den Rändern der Linie bleibt ein feiner Grat stehen, der dem Druck eine samtige Weichheit gibt. Weil sich der Grat mit jedem Abzug etwas abnutzt, sind die Auflagen klein. Was Radierung und Kaltnadel im Druckbild exakt trennt, behandelt der Vergleich Radierung vs. Kaltnadelradierung.
Aquatinta arbeitet nicht mit Linien, sondern mit flächigen Tonwerten. Feinster Harzstaub wird auf die Platte gestreut und geätzt; das Ergebnis sieht aus wie Tusche auf Papier. Goya hat die Technik in den Desastres de la Guerra meisterhaft eingesetzt, fast immer kombiniert mit Strichätzung. Was genau auf der Platte passiert und wie sich beide Verfahren unter der Lupe unterscheiden, erklärt Aquatinta vs. Radierung. Verwandte Tonverfahren sind die Sugar-Lift-Aquatinta, bei der mit einer Zuckerlösung gezeichnet wird, und die Crayon-Manier, die mit Roulette und Mattoir gezielt Kreidezeichnungen imitiert. Wie sich Vernis mou und Aquatinta im Druckbild unterscheiden, zeigt der direkte Vergleich.
Kupferstich ist das älteste Tiefdruckverfahren. Ein Grabstichel schneidet V-förmige Linien ins Kupfer. Die Technik verlangt extreme Präzision und wird heute nur noch selten ausgeübt. Worin sich Kupferstich und Radierung genau unterscheiden, erklärt der Vergleich Radierung vs. Kupferstich. Die industriell skalierbare Variante, der Stahlstich, löste den Kupferstich im 19. Jahrhundert in der Buchillustration ab und überlebt heute auf Banknoten.
Mezzotinto (Schabkunst) kehrt die Logik aller anderen Tiefdruckverfahren um: Die Kupferplatte wird zuerst komplett aufgeraut, bis sie tiefschwarz druckt. Das Bild entsteht, indem der Künstler helle Stellen herausschabt. Ergebnis sind samtige Tonübergänge ohne sichtbare Linien, besonders für Porträts und atmosphärische Szenen genutzt. Worin sich Mezzotinto von Aquatinta unterscheidet, die ebenfalls tonale Flächen erzeugt, zeigt der Vergleich Mezzotinto vs. Aquatinta.
Eine modernere Variante ohne Säure ist der Carborundum-Druck, der Siliziumkarbidpulver als Druckträger nutzt und samtige, malerische Flächen erzeugt. Wo das Verfahren tonal an Aquatinta anschließt und wo es kategorial abweicht, klärt Carborundum vs. Aquatinta.
Eine photochemische Variante des Tiefdrucks ist die Photogravüre: die Druckplatte wird über ein Fotonegativ belichtet, das Ergebnis verbindet tonale Tiefe mit fotografischer Bildlogik.
Hochdruck: Was stehen bleibt, druckt
Das umgekehrte Prinzip. Der Künstler schneidet alles weg, was im Druck weiß bleiben soll. Die stehengebliebenen Flächen nehmen Farbe auf und übertragen sie aufs Papier.
Linolschnitt nutzt eine homogene Linoleumplatte. Der Künstler kann in jede Richtung schnitzen, ohne auf eine Materialstruktur Rücksicht zu nehmen. Im Druck zeigt sich das: klare Konturen, geschlossene Farbflächen, ein grafischer Charakter. Picasso hat in den 1950er Jahren den Reduktionsdruck erfunden, auch verlorene Platte genannt, weil der Stock nach jedem Farbdurchgang weggeschnitten wird und keine spätere Auflage möglich ist. Wer die Technik selbst ausprobieren will, findet in unserer Linoldruck-Anleitung einen Einstieg mit Materialliste und Schritt-für-Schritt-Erklärung.
Holzschnitt arbeitet mit dem ältesten Druckmaterial überhaupt. Die Maserung des Holzes spielt mit: sie lenkt den Schnitt, überträgt sich auf den Druck und gibt ihm eine Textur, die kein anderes Verfahren liefert. Ein Holzschnitt trägt sein Material in sich. Eine Sonderform ist der Holzstich, bei dem mit Kupferstich-Sticheln auf Buchsbaum-Hirnholz gearbeitet wird und deutlich feinere Tonabstufungen möglich sind. Wo Holzschnitt und Linolschnitt im Druckbild wirklich auseinanderlaufen, zeigt Holzschnitt vs. Linolschnitt; die fast unsichtbare Linie zwischen Langholz- und Hirnholz-Schnitt klärt Holzschnitt vs. Holzstich. Eine eigene Tradition ist der japanische Holzschnitt: in der Edo-Zeit der Ukiyo-e mit Farbholzschnitten von Hokusai und Hiroshige auf saugfähigem Japanpapier, im 20. Jahrhundert aufgesplittet in die zwei Bewegungen Shin Hanga und Sosaku Hanga.
Flachdruck: Fett und Wasser auf einer Ebene
Kein Relief, keine Vertiefung. Das Motiv und der Hintergrund liegen auf der gleichen Oberfläche. Das Prinzip basiert auf der Abstoßung von Fett und Wasser.
Lithografie wurde um 1798 von Alois Senefelder in München entwickelt. Heute wird neben Kalkstein auch Aluminium als Druckträger verwendet, ein Vergleich beider Materialien findet sich unter Steinlithografie vs. Aluminium. Der Künstler zeichnet mit fetthaltiger Kreide oder Tusche auf einen polierten Kalkstein. Der Stein wird angefeuchtet: die fettfreien Stellen nehmen Wasser auf und stoßen die fetthaltige Druckfarbe ab. Die bearbeiteten Stellen nehmen die Farbe an. Im Druck entstehen weiche Übergänge und Tonwerte, die an Aquarell oder Kohlezeichnung erinnern. Die Lithografie ist das malerischste aller Druckverfahren. Was den Steindruck vom industriellen Offsetdruck kategorial trennt, erklärt Lithografie vs. Offsetdruck. Eine photochemische Variante ist die Fotolithografie, bei der das Motiv über eine lichtempfindliche Beschichtung auf den Stein oder die Platte übertragen wird; wie sie sich von der klassischen Lithografie unterscheidet, zeigt Fotolithografie vs. Lithografie. Wo sie auf das historische Terrain des frühen photochemischen Druckens trifft, klärt der Vergleich Cyanotypie vs. Fotolithografie.
Durchdruck: Die Farbe geht durchs Sieb
Farbe wird durch ein feinmaschiges Gewebe auf das Papier gepresst. Dort, wo eine Schablone das Sieb blockiert, bleibt das Papier frei.
Siebdruck produziert satte, deckende Farbflächen. Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb, jeder Durchgang muss millimetergenau passen. Warhol hat das Verfahren in den 1960er Jahren zum Inbegriff der Pop Art gemacht. Im Kunstkontext trägt das Verfahren den Fachbegriff Serigrafie – ein Name, der 1941 geprägt wurde, um den künstlerischen Siebdruck vom Gebrauchsdruck abzugrenzen. Zeitgenössische Künstler nutzen es für Arbeiten, bei denen Farbintensität und Flächigkeit im Vordergrund stehen, darunter Banksy, dessen 51 Druckgrafik-Editionen ein systematisches Editions-Werk bilden, verankert in der Tradition der Street Art. Eine verwandte Technik ist der Risograph, bei dem die Farben ebenfalls schichtweise aufgetragen werden, allerdings über eine Schablonenwalze statt ein Sieb. Wie sich die beiden Durchdruck-Geschwister in Farbschicht, Passer und Tinte konkret unterscheiden, zeigt der Vergleich Siebdruck vs. Risograph. Im modernen Siebdruck übernimmt die Fotoemulsion die Rolle der Handschablone: ein fotografisches Negativ belichtet die lichtempfindliche Schicht auf dem Sieb. Der historische Vorläufer aller Sieb- und Schablonenverfahren ist die Pochoir-Technik, die mit Schablonen ohne Sieb arbeitet und in der Pariser Modeillustration des frühen 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte; wo Pochoir und Siebdruck sich überschneiden, klärt Pochoir vs. Siebdruck. Den größten kategorialen Sprung zwischen zwei verbreiteten Druckverfahren zeigt Siebdruck vs. Lithografie.
Sonderform: Monotypie
Monotypie steht zwischen Druck und Malerei. Der Künstler malt direkt auf eine glatte Platte und zieht genau einen Abdruck. Es entsteht ein echtes Unikat, kein weiterer Abzug ist möglich. Die Technik verbindet die Spontaneität der Malerei mit der besonderen Oberflächenqualität eines Druckverfahrens. Eng verwandt ist der Monoprint, bei dem eine Platte mit permanenten Elementen einmalig eingefärbt wird. Was die beiden Verfahren trennt, erklärt der Vergleich Monotypie vs. Monoprint.
Ist Druckgrafik echte Kunst?
Die Frage kommt oft. Verständlich: die Kunstwelt hat den Unterschied zwischen Original und Reproduktion lange verschleiert. Wer den Unterschied nicht kennt, hält jeden Druck für eine Kopie.
Hier sind die Fakten: Ein Original-Druckgrafiker entwirft, bearbeitet und druckt sein Werk selbst. Die Platte, der Stock oder der Stein sind das künstlerische Medium, nicht ein Umweg zur Vervielfältigung. Die Auflage ist begrenzt, jeder Abzug wird einzeln von Hand gedruckt, signiert und nummeriert. Das ist nicht weniger "echt" als ein Ölgemälde. Es ist eine andere Technik mit eigenen Qualitäten.
Die Siebdruck-Künstlerin Maxine Gregson bringt es auf den Punkt: "The printing of my pieces are a big part of my creative process, I don't see it as a separate thing. I make adjustments to colours and artwork along the way. I also get a lot of satisfaction out of knowing that I'm wholly responsible for what people are purchasing." Der Druck ist nicht die Reproduktion eines fertigen Werks. Er ist das Werk.
Museen sehen das genauso. Druckgrafik hängt im MoMA, in der Tate, im British Museum, in der Albertina. Seit 2018 steht die künstlerische Druckgrafik in Deutschland auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission. Wer das Handwerk selbst erleben will, findet im Druckwerkstätten-Atlas über 70 offene Werkstätten in Deutschland.
Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Originale Druckgrafik ermöglicht den Zugang zu signierter, limitierter Kunst zu Preisen, die für die meisten Menschen erreichbar sind. Ein Ölgemälde desselben Künstlers kostet ein Vielfaches. Ein Originaldruck ab 30 € ist oft der direkteste Weg zu einem echten Kunstwerk an der eigenen Wand.
Welche berühmten Druckgrafiker sollte man kennen?
Die Geschichte der Druckgrafik lässt sich nicht als Zeitleiste erzählen. Dafür laufen zu viele Entwicklungen parallel. Im 20. Jahrhundert spaltete sich die Praxis in zwei fundamental verschiedene Programme: die Expressionisten schnitzten selbst, druckten selbst, verteilten in Kleinstauflagen. Die Neue Sachlichkeit setzte auf Kaltnadel, professionelle Drucker und Massenauflagen. Wer diesen Kontrast im Detail nachlesen will, findet ihn im Vergleich zwischen Neuer Sachlichkeit und Expressionismus. Aber einige Künstler haben verändert, was Druckgrafik sein kann.
Albrecht Dürer bringt den Holzschnitt und den Kupferstich im frühen 16. Jahrhundert auf ein Niveau, das vorher nicht vorstellbar war. Sein Rhinocerus (1515) erreicht ganz Europa, obwohl Dürer nie ein Nashorn gesehen hat. Der Holzschnitt wird zum ersten Massenmedium der Kunst.
Ein Jahrhundert später zeigt Rembrandt van Rijn, dass die Radierung mehr kann als feine Linien. Er kombiniert Ätzung, Kaltnadel und Plattenton in einem einzigen Blatt. Sein Hundertguldenblatt (um 1649) gilt als einer der bedeutendsten Drucke der Kunstgeschichte.
Im Paris der 1830er Jahre macht Honoré Daumier die Lithografie zum Massenmedium der politischen Karikatur: täglich ein neues Blatt in der Tagespresse, in Auflagen, die kein Kupferstecher erreichte.
Die Farblithografie als eigenständiges künstlerisches Medium etabliert Henri de Toulouse-Lautrec Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Plakate für Pariser Varietés funktionieren gleichzeitig als Werbung und als Kunst, ohne dass das eine das andere schmälert. (Die industrielle Massenausprägung des Steindrucks, die Chromolithografie, prägte den Begriff "Kunstdruck" als Reproduktionsbezeichnung, bevor der Offsetdruck sie in den 1930er Jahren ablöste.)
Zeitgleich nutzt Gustav Klimt die Lithografie in Wien für das Secession-Plakat von 1898 und die Zeitschrift Ver Sacrum, den Wiener Gegenentwurf zur Pariser Plakatkunst.
Um 1905 greifen die Brücke-Expressionisten zum Holzschnitt. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff wählen bewusst das älteste Druckverfahren und machen daraus etwas radikal Neues: roh, direkt, ohne jede Glätte. Was die Expressionisten dabei mit den Impressionisten teilten, war das Abo-Modell: Kunst per Post, jenseits des Salons. Parallel dazu entwickelt Paul Klee in seinen Radierungen auf Zink eine ganz andere Linie: feingliedrig, verschlüsselt, literarisch.
Salvador Dalí schuf zwischen 1934 und 1977 über 1.700 authentische Druckgrafiken, darunter die 100 Holzstiche der Göttlichen Komödie nach Dante, die als sein bedeutendstes grafisches Werk gelten.
Hundertwasser drehte die Logik um: Siebdrucke in Auflagen von bis zu 10.002, aber kein Exemplar identisch. Glasstaub, Silberfolie, phosphoreszente Farben, jedes Blatt bewusst variiert. Und in Japan ließ er traditionelle Holzschnittmeister seine Entwürfe schneiden und drucken.
Mit Andy Warhol stellt sich ab den 1960er Jahren eine Frage, die die Druckgrafik seit Dürer begleitet: Was ist Original, was ist Kopie? Seine Marilyn-Serien bestehen aus Siebdrucken von einem Foto, jeder leicht anders eingefärbt. Warhol nimmt der Frage ihren Ernst, indem er sie zur Methode macht.
Max Ernst erfand mit der Frottage eine Technik, die Druckgrafik und Zufall zusammenbrachte: Bleistift auf Papier, darunterliegend die Maserung eines Holzbodens. Keine Presse, kein Drucker, trotzdem ein Verfahren das Strukturen überträgt.
Diese fünf Positionen zeigen, warum Druckgrafik die Kunstgeschichte nicht am Rand begleitet hat, sondern mittendrin stand. Dürer, Rembrandt, Warhol: das sind keine Randfiguren, die nebenbei auch gedruckt haben. Druckgrafik war ihr zentrales Medium. Alle Künstlerporträts im Überblick: Druckgrafik-Künstler von Dürer bis heute. Welche Kunstbewegungen die Druckgrafik geprägt haben, zeigt der Kunstrichtungen-Überblick.
Was ist Druckgrafik wert?
Zeitgenössische Original-Druckgrafik beginnt bei etwa 80 € für kleinformatige Arbeiten junger Künstler und kann bei etablierten Namen mehrere tausend Euro erreichen. Bei Studio Sonsu beginnt der Preisbereich bei 30 €. Die meisten Käufer entscheiden sich für Arbeiten zwischen 200 und 500 €.
Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab: Bekanntheit des Künstlers, Format, Aufwand der Technik und Auflagenhöhe. Ein kleines Blatt in A5 kostet weniger als eine großformatige Lithografie in A2, die mehrere Steine und Farbdurchgänge erfordert. Bei 15 Exemplaren verteilen sich die Produktionskosten auf weniger Blätter als bei 100.
Was ist Druckgrafik wert im Vergleich zu anderen Medien? Deutlich weniger als Malerei desselben Künstlers. Ein Ölbild kostet oft das Fünf- bis Zehnfache eines Originaldrucks. Das macht Druckgrafik nicht zu einem Kompromiss. Es macht sie zugänglich. Ein signierter, limitierter Originaldruck ist ein vollwertiges Kunstwerk, kein Ersatz für etwas Teureres.
Wer überlegt, Druckgrafik zu kaufen, findet hier einen guten Einstieg in die Kunstsammlung. Was dabei für den Galeriebesuch und was für den Online-Kauf spricht, vergleicht Galerie vs. online kaufen. Die Auflagen sind überschaubar, die Preise realistisch, und jedes Blatt ist vom Künstler persönlich signiert. Es gibt wenige Bereiche in der Kunst, in denen 200 bis 500 € ein handsigniertes Original von einem lebenden Künstler kaufen.
Rahmung wird direkt bei der Bestellung dazugewählt. Alle Fragen zu Bestellung, Versand und Widerruf beantwortet die FAQ.
Worauf achtet man beim Kauf?
Wer eine Druckgrafik kaufen will, braucht keine Vorkenntnisse. Aber ein paar Dinge helfen bei der Orientierung.
Signatur und Editionsnummer. Ein Original ist vom Künstler in Bleistift signiert (rechts unter dem Druck) und nummeriert (links, z.B. 7/25: siebter Abzug einer Auflage von 25). Die Nummer sagt nichts über die Qualität: der erste Abzug ist nicht besser als der letzte.
Zustand. Klare Linien, saubere Farben, keine Stockflecken oder Vergilbung. Bei gerahmten Arbeiten: säurefreies Passepartout verhindert langfristige Schäden.
Echtheitszertifikat. Seriöse Galerien liefern eins mit. Bei Studio Sonsu gehört es zu jedem Werk.
Der eigene Geschmack. Am Ende der wichtigste Faktor. Druckgrafik hängt an der Wand, jeden Tag. Das Blatt muss dem Käufer gefallen, nicht einem Berater. Ein guter Test: Wenn du ein Werk siehst und nach drei Tagen immer noch daran denkst, ist es wahrscheinlich das richtige. Wenn du unsicher bist, welche Technik zu deinem Raum passt, hilft ein Blick auf die einzelnen Technik-Seiten: Radierungen für feine Linienarbeit, Linolschnitte für grafische Klarheit, Siebdrucke für intensive Farbflächen.
Noch kein bestimmtes Werk im Blick? Ein Gutschein lässt die beschenkte Person selbst aus dem gesamten Sortiment wählen. Wer einen konkreten Anlass im Kopf hat: Werkempfehlungen für besondere Hochzeitsgeschenke sortiert nach Schenker-Typ.
Häufige Fragen zur Druckgrafik
Was ist der Unterschied zwischen Druckgrafik und Kunstdruck? Druckgrafik ist ein Original: Der Künstler hat den Druckstock selbst bearbeitet und jeden Abzug einzeln gedruckt, signiert und nummeriert. Ein Kunstdruck ist eine maschinelle Reproduktion eines bestehenden Bildes in unbegrenzter Stückzahl. Mehr dazu: Original vs. Kunstdruck
Welche Drucktechniken gibt es in der Kunst? Vier Hauptgruppen: Tiefdruck (Radierung, Kaltnadelradierung, Kupferstich), Hochdruck (Linolschnitt, Holzschnitt), Flachdruck (Lithografie, Algrafie) und Durchdruck (Siebdruck). Dazu Sonderformen wie die Monotypie.
Was kostet eine Original-Druckgrafik? Zeitgenössische Originale beginnen bei etwa 80 €. Bei Studio Sonsu beginnt der Preisbereich bei 30 €. Der Preis hängt von Künstler, Format, Technik und Auflagenhöhe ab.
Woran erkennt man ein Original? Bleistift-Signatur rechts unter dem Druck, Editionsnummer links (z.B. 3/25). Beide Angaben in Bleistift, niemals gedruckt. Dazu ein Echtheitszertifikat von der Galerie oder dem Künstler. Bei Tiefdruckverfahren ist der Plattenrand im Papier ein weiteres sicheres Zeichen.
Ist die Nummer eines Abzugs wichtig? Nein. 1/25 ist nicht wertvoller als 24/25. Die Editionsnummer dokumentiert die Auflage und macht den Abzug identifizierbar. Sie sagt nichts über Qualität oder Druckreihenfolge.
Wie pflegt man Druckgrafik? Nicht in direktes Sonnenlicht hängen. UV-Strahlung bleicht Druckfarbe und Papier über Zeit aus. Bei Rahmung: säurefreies Passepartout und UV-Schutzverglasung verwenden. Bei sachgemäßer Aufbewahrung halten Drucke auf Künstlerpapier Jahrzehnte bis Jahrhunderte.
Quellen und weiterführende Literatur
- Siehe: The Metropolitan Museum of Art, Heilbrunn Timeline of Art History: The Printed Image in the West.
- Siehe: Tate, Art Terms: Printmaking.
- Siehe: The British Museum, Collection: Prints and Drawings.
- Siehe: Deutsche UNESCO-Kommission, Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes: Künstlerische Druckgrafik.
- Griffiths, Antony: Prints and Printmaking. An Introduction to the History and Techniques. British Museum Press, 1996.
Druckgrafik bei Studio Sonsu
Studio Sonsu zeigt und verkauft zeitgenössische Original-Druckgrafik von Künstlern aus Europa. Alle Werke kommen limitiert, handsigniert und mit Echtheitszertifikat. Versand mit DHL in stabiler Planversandbox. 14 Tage Widerrufsrecht. Wer ein Werk gefunden hat und wissen will, wie man Originale erkennt, rahmt und pflegt, findet den Einstieg unter Sammeln & Erkennen.
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